Guckst du: Ein Fahrer dreht seinen Maserati 250F in Goodwood auf der Strecke, würgt ihn ab und gelangt irgendwie doch wieder ins Rennen

 

 

Wenn ein moderner Formel-Eins-Wagen in der Mitte des Rennens den Geist aufgibt, gibt es nicht viel, was ein Fahrer machen kann, um ihn wieder zum Laufen zu bringen. Und mit „nicht viel“ meinen wir natürlich „eigentlich gar nichts, wenn der Fahrer nicht gerade seinen Laptop mit an Bord hat.“

Die Dinge lagen 1956 noch ganz anders, zu einer Zeit, als Maschinen wie dieser ziemlich fantastische Maserati 250F – der von so großartigen Piloten wie Juan Manuel Fangio oder Sterling Moss gefahren wurde – am Start waren. Damals brauchte man nur Bizepsmuskeln mit einem Umfang, den normale Menschen als Hüftumfang besitzen, und ein bisschen Ahnung.

Wie moderne Formel-1-Wagen hat auch der 250F keinen Schlüssel. Eigentlich hat er auch keinen Anlasser. Nicht einmal eine Batterie. Die einzige Möglichkeit, ihn zum Laufen zu bringen, ist brachiale Gewalt – angewandt von einigen kräftigen Mechanikern, die man zum Anschieben des Fahrzeugs braucht. Sobald ein gewisser Schwung vorhanden ist, lässt der Fahrer bei eingelegtem Gang die Kupplung kommen. Hat er alles richtig gemacht, sollte der Motor anspringen.

Doch Simon Diffeys kräftige Mechaniker waren gerade nicht zur Stelle, als er den unbezahlbaren Boliden letzten Monat beim „Members’ Meeting“ im englischen Goodwood abwürgte.

Um sich nicht geschlagen geben zu müssen, griff Diffey nach hinten und drehte den linken Hinterreifen mit reiner Arm- und Willenskraft. Da der Wagen bereits warm war, konnte Diffey sich selbst im Wagen sitzend anschieben, brachte die sechs Zylinder des 2,5-Liter-Motors zum Zünden und warf sich direkt wieder ins Rennen.

Respekt, Mr. Diffey. Großen Respekt.

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