Robustheit, Cleverness und eine Riesenportion Chrom. Was kann da schon schiefgehen?

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Na, was haben wir denn hier?

Das ist der neue Nissan NP300 Navara. Er ist ein Eintonnen-Pick-up und er soll das werden, was Pick-ups in den USA schon lange sind.

Sie sind das Multifunktionstool unter den Autos: An Werktagen nutzt man sie auf der Baustelle. Samstags fährt man dann samt Crossbike zur Offroad-Strecke und sonntags mit der ganzen Familie zum Kirchenbesuch.

Und in good old Europa?

Hier werden Pick-ups hauptsächlich als Arbeitstiere wahrgenommen. Moment, "Arbeitstiere"? Klar, oder? Denn Pick-ups werden von den Herstellern in der Nutzfahrzeuge-Familie geführt und sie erhalten meist eine LKW-Zulassung. Sie sind für Menschen, die im Gartenbau arbeiten oder für Menschen, die ein Boot ziehen müssen. Kratzer und Staub inklusive, Lifestyle und Alltagstauglichkeit exklusive.

Was macht der NP300 Navara jetzt anders?

Erst einmal nicht viel und die Überarbeitung schreit geradezu nach Marketing-Jargon: Jamie MacLean, Manager der europäischen Truck-Produktplanung bei Nissan, erklärt uns, dass man beim NP300 Navara verschiedene Eigenschaften in einem Fahrzeug vereint. Die zwei großen Punkte seien Robustheit und Cleverness. Er ist also jetzt Nutzfahrzeug mit Crossover-Elementen.

Geht das auch ein wenig genauer?

Geht es: Der Pick-up soll jetzt aussehen wie ein PKW. Und er schaut jetzt tatsächlich ein wenig so aus wie ein Qashqai. Mit einer üppigen Ladung Chrom oben drauf. Außerdem soll er sich fahren wie ein Crossover. So sehr sogar, dass Nissan empfiehlt, sich alle 15 Minuten diesen Merksatz vorzusagen: „Ich sitze in einem Pick-up, der 1 052 Kilogramm Nutz- und 3,5 Tonnen Anhängelast packt.“

Warum sollte man das vergessen?

Neben dem schicken Aussehen (und dem massiven Einsatz von Chrom) sind die besten Features die Mehrlenker-Hinterachse und der Innenraum. Die komfortable Aufhängung habt ihr in dieser Klasse bislang vergeblich gesucht. Ein Pick-up mit Starrachse und Blattfedern hat nämlich meist das Problem, dass er sich nur beladen recht gemütlich und sicher bewegen lässt.

Sagte ich schicker Innenraum?

Neben den überaus erfreulichen und alltagstauglichen Fahreigenschaften abseits von Sägespänen und Grünschnitt, hat Nissan euch ein ziemlich wertiges Interieur zurechtgezimmert. Im Cockpit findet ihr all das tolle Technik-Pipapo von Assistenzsystemen über Smartphoneanbindungen bis hin zur Sitzheizung oder Klimaautomatik. Auch die Verarbeitung und die Materialwahl passen und deshalb werdet ihr aktuell kein besseres Pick-up-Cockpit finden.

Erzähl mir jetzt endlich etwas über den Motor ...

In unserem Fall ist dieser ein 2,3-Liter-Twinturbo-Diesel mit 190 PS. Sein Drehmoment erreicht 450 Newtonmeter und liegt von 1.500 bis 2.500 Umdrehungen an. Das Nutzi-Aggregat ist okay, aber kein Performance-Diesel und trotzdem besser als ausgerechnet die Siebengang-Automatik aus dem Infiniti-Premium-Regal. Die Gangbox mit Wandler ist die wohl einzige Komponente, die negativ auffällt. Sie ist träge und schluckt auf dem Weg zu den angetriebenen Rädern merklich Motor-Kraft und -Potenzial. Die manuelle Sechsgang-Schaltung ist hier sicherlich die bessere Wahl .. und die sportlichere.

Soviel Komfort und schicke Optik, wo bleibt der Nutzwert?

Darüber solltet ihr euch keine Sorgen machen, denn der Navara ist ein Arbeitstier geblieben. Die Nutzlast der 190-PS-Double-Cab-Version mit Automatikgetriebe liegt bei 1.052 Kilogramm, die gebremste Anhängelast bei 3,5 Tonnen. Ihr könntet also 42 Zementsäcke auf die Ladefläche packen.

Da ihr als – sagen wir als Irgendwas-mit-Medien-Mitarbeiter, aber nicht unbedingt die erwähnten Zementsäcke oder einen Kleinbagger transportieren müsst, ihr vielleicht aber trotzdem gerne Motorrad oder Ski fahrt und auch noch Haustiere habt, ist der Navara trotzdem gut für euch. Und weil ein Hund keine Tonne wiegt, könntet ihr sogar über ein Rhinozeros als Haustier nachdenken.

Und was kostet mich so viel Multifunktion?

Der Einstiegspreis liegt bei 25.095 Euro. Damit ist die Basisvariante 1.195 Euro günstiger als ein nackter Mitsubishi L200. Ein VW Amarok kostet mindestens 25.912 Euro. Wenn ihr jetzt noch beim Allradantrieb, der Doppelkabine und dem 190-PS-Diesel ein Kreuz in der Nissan-Aufpreisliste macht, müsst ihr mit mindestens 33.030 Euro rechnen.

Autor: Manuel Lehbrink

Technische Daten Nissan NP300 Navara Double Cab: 2298 ccm, 4-Zylinder-Turbodiesel, Frontmotor, Allradantrieb, Automatikgetriebe, 190 PS, 450 Newtonmeter, 0-100 km/h in 11,0 Sekunden, 180 km/h Höchstgeschwindigkeit, 1958 Kilo, 7,0 Liter/100 km, 183 g/km CO2, 37.745 Euro

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