Peugeots 308 R Hybrid Concept dürfte der stärkste Kompaktsportler sein, den man auf diesem Planeten findet. Wie sich sowas anfühlt und ob es in Serie geht ...

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Was zum Teufel ist das?

Das ist der Peugeot 308 R Hybrid. Offiziell ist er noch eine Studie. Aber Studie hin oder her: Es handelt sich hier verdammt nochmal um ein Kompaktsportler mit 500 PS.

Wie der Name schon sagt , kreiert er seine wahnwitzige Leistung durch die Kombination von Benzin- und Elektro-Power. Aufgrund seiner bemerkenswerten Potenz hat Peugeot diesem 308 Gott sei Dank einen Allradantrieb kredenzt.

Sehr gut. Kann ich mehr Zahlen haben, bitte?

Alles in allem gibt es 500 PS. Aber nur, wenn der 1,6-Liter-Benziner mit 270 PS (wie ihr ihn im 308 GTi findet) und die beiden 115-PS-E-Motoren alles raushauen, was sie haben.

An jeder Achse sitzt ein Elektromotor. Der Frontmotor dient hauptsächlich als Generator für die Batterie. Der hintere Motor sorgt für mehr Agilität in Kurven und mehr Traktion beim Beschleunigen.

Grundsätzlich ist der 308 R Hybrid also eher ein Fronttriebler. Und zum 500-PS-Monster wird er nur, wenn man die Launch Control aktiviert. Aktiviert man sie nicht, reserviert der vordere E-Antrieb den Großteil seiner Kraft für das Laden der Batterie und man muss sich mit einem 400-PS-Hot-Hatch zufrieden geben.

Okay, auch das ist nicht gerade schäbig. Und immer noch mehr als beim neuen und ziemlich grandiosen Ford Focus RS oder dem frisch gelifteten Mercedes-AMG A 45.

Ich darf also annehmen, dass er recht schnell ist?

Mit aktivierter Launch Control und allem, was an Pferden zur Verfügung steht, reißt der 308 R Hybrid die 100-km/h-Marke in glatten vier Sekunden ein. Und genauso schnell fühlt er sich auch an. Das Mißverhältnis zwischen „im Prinzip ein normaler, vernünftiger Kompakter“ und „Verflucht, geht das hier krank nach vorne“ macht das Erlebnis ähnlich irrsinnig, wie noch schnellere Starts in einem Ariel Atom oder einem Nissan GT-R.

Die Höchstgeschwindigkeit ist übrigens auf 250 km/h begrenzt. Genau wie das bei all den AMGs, M BMWs und Audi RS-Modellen der Fall ist. Und glaubt man den hohen Tieren bei Peugeot, wären das auch genau die Rivalen für eine mögliche Serienversion des 308 R Hybrid.

Könnte die mögliche Serienversion denn auch fahrdynamisch mithalten?

Davon ist auszugehen. Der 308 R Hybrid fuhr fantastisch. Gerade wenn man bedenkt, dass wir es hier mit einem Entwicklungs-Prototypen zu tun hatten und nicht mit einem fertig abgestimmten Serienauto.

Aus diesem Grund war unsere Testfahrt auch auf die Rennstrecke limitiert. Was eigentlich ganz angenehm ist, wenn man eine unschätzbar wertvolle Studie fährt, die mehr Drehmoment hat, als ein Ferrari F12tdf.

Trotz seiner 1480 Kilo wirkt der 308 R Hybrid sehr agil. Wie er die Kraft zwischen den Achsen verteilt, hilft seiner Handlichkeit enorm. Ein bisschen trägt dazu aber auch das pygmäenhafte Lenkrad bei, das wir schon aus dem 208 GTi und dem 308 GTi kennen. Die Lenkung wirkt sehr reaktiv und irgendwie auch erfreulich intuitiv, sobald man sich ( nach ein paar Minuten) an die Winzigkeit des Lenkrads gewöhnt hat.

Der Focus RS driftet. Der R Hybrid auch?

Nun, der 308 R Hybrid gript schon erstaunlich gut und spendet sehr viel Vertrauen. Ein wenig Frivolität ist ihm jedoch nicht abzusprechen: Lupf das Gas auf dem Weg in die Kurve (wie man das bei einem klassischen Kompaktsportler aus der Grand Nation eben so macht) und du wirst durchaus mit einem ordentlichen Maß an Übersteuern belohnt. Allerdings fällt es nicht so beängstigend aus wie früher. Ob das gut oder schlecht ist, beurteile bitte jeder für sich selbst. …

Aber es soll hier nicht nur um fliegende Hintern gehen. Das Getriebe ist ebenfalls erwähnenswert. Es handelt sich dabei um ein automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe mit Lenkradpaddles und ohne Kupplung. Beim Hochschalten füllen die E-Motoren die Lücke, die durch die kurze Drehmoment-Unterbrechung entsteht. Das Ergebnis sind absolut nahtlose Gangwechsel. Und das kriegen nicht mal die schlauesten Doppelkupplungsgetriebe hin.

Um ehrlich zu sein: Etwas seltsam fühlt es sich schon an. Die Nummer ist sicherlich verdammt effektiv und es fühlt sich an, als würde die Beschleunigung einfach niemals aufhören. Aber wer gerne selber schaltet, einfach weil er sich dann besser mit dem Auto verbunden fühlt, der wird seine Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Nichtsdestotrotz hat es noch nie einen französischen Kompaktsportler gegeben, der so mühelos so schnell war wie der 308 R Hybrid ...

Alles schön und gut. Aber bauen sie das Ding jetzt oder nicht?

Eine Serienproduktion ist nur in sehr limitierter Auflage vorstellbar. Hauptsächlich, um Peugeots Image aufzupolieren. Die Kassen würden damit eher nicht gefüllt. Rechnet mal mit einem hypothetischen Preis von um die 60.000 bis 70.000 Euro und selbst dann wäre Peugeots Marge klapperdürr bis nicht existent.

Offiziell lautet die Frage also nach wie vor eher „Ob“ als „Wann“. Allerdings wären wir schon reichlich enttäuscht, wenn der 308 R Hybrid nicht in Serie gehen würde. Immerhin beträgt die Entwickungszeit bereits mehr als 18 Monate ...

 

Autor: TopGear

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