Wir waren im Mega-Daimler-SUV mit dem neuen Namen unterwegs und entdeckten ... Agilität. Ja, wirklich ...

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Was haben wir denn hier für einen Brummer?

Das ist der geliftete Mercedes GLS. Das fetteste Mega-SUV von Daimler. Sieben Sitze, ein Kofferraumvolumen von bis zu 2.300 Liter, eine 3,5-Tonnen-Anhängelast, Ausmaße von 5,13 mal 1,93 mal 1,85 Meter und ein Leergewicht von rund 2,5 Tonnen. Wir fahren die „Basis“ mit 258-Diesel-PS.

Ich dachte, das größte Mercedes-SUV heißt GL?

So hieß es einmal. Aber Mercedes bringt aktuell nicht nur jedes Quartal ein neues SUV auf den Markt, sondern ändert nebenbei auch noch schnell die Nomenklatur der Modelle.

Wir fassen mal kurz zusammen: GL ist ab sofort die allgemeine Geländewagenbezeichnung. Der dritte Buchstabe verdeutlicht dann, in welchem Segment das SUV platziert ist. Aus dem GLK wurde der GLC, der ML heißt jetzt GLE und im S-Klasse-Abteil ist der GLS zuhause.

Die G-Klasse heißt aber weiterhin G-Klasse. Logisch, oder?

Ein neuer Name schön und gut, aber was hat sich noch geändert?

Wenn ich noch ein bisschen beim Schriftzug bleiben darf: Das „d“ für Diesel ist ebenfalls zurück und ersetzt die etwas kryptische „Bluetec“-Bezeichnung.

Ansonsten wurden die typischen Facelift-Kosmetika angewendet. Heißt: eine neue Schürze und neue Leuchten für hinten, ein neuer und steilerer Grill, neue Scheinwerfer und ebenfalls eine neue Schürze für vorne.

Ob es gelungen ist, liegt im Auge des Betrachters. So rein objektiv lässt sich aber sagen, dass gerade die Front jetzt noch mehr nach allen anderen Mercedessen aussieht.

Und Abfahrt. In der Stadt ist der GLS sicher eine Qual, oder?

Sagen wir es so: Er ist nicht gerade vorteilhaft. Aber ein Volvo XC90, ein Audi Q7 oder ein deutlich kürzerer BMW X5 sind es auch nicht. Und im GLS sitzt man wenigstens auf allen sieben Plätzen komfortabel und ihr könnt bei Bedarf auch für zwei oder drei Großfamilien einkaufen gehen. Das spart dann wieder Platz in der Stadt … und Ressourcen.

Den Hochsitz-Vorteil, den SUVs so mit sich bringen, lassen wir hier auch nicht gelten, denn wenn ihr an Ampeln dicht genug an einen Kleinwagen heranfahrt, dann kann er gerne mal vor eurer gewaltigen Motorhaube aus dem Sichtfeld verschwinden.

An die Parkplatzsuche wollen wir erst gar nicht denken. Die 360-Grad-Kamera und der aktive Parkassistent versprechen zwar Abhilfe, aber wenn ein Auto physisch nicht in die Parklücke passt, dann kann auch die tollste Technik nicht helfen.

Sieht es bei anderen Fahrsituationen denn besser aus?

Deutlich besser sogar. Der GLS ist für die Autobahn gemacht. Ihr drückt einfach das Gaspedal aufs Bodenblech und in kürzester Zeit (in 7,8 Sekunden gehts von null auf 100 km/h) haben wir uns in den fließenden Verkehr eingeordnet und genießen die Herrschaftlichkeit der alles schluckenden und optimierten Luftfederung.

Aus sieben automatischen Gängen hat man neun gemacht und so gleitet ihr bei knapp 2.000 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute über die Bahn.

Und auf der Landstraße? Kurvendynamik? Wie bitte?

Auch ein siebensitziges 2,5-Tonnen-SUV braucht neben dem Comfort- selbstverständlich einen Sport-Modus.

Die Einstellung macht das Full-Size-SUV zwar nicht handlicher, aber unglaublich agil.

Das was jetzt kommt, mag sich komisch lesen, aber der GLS hat Bergpassziegen-Charakter und ihr werdet erstaunt sein, wie viel Masse man fast mühelos von Kurve zu Kurve schmeißen kann.

Nur ein BMW X5 ist noch einmal eine gute Schippe williger bei der Sache, aber der ist auch fast einen halben Meter kürzer und mit rund 2,1 Tonnen ein Fliegengewicht gegenüber dem Benz.

Kann ich mit dem GLS auch ins Gelände?

Seien wir doch mal ehrlich: Würdet ihr mit einer S-Klasse ins Gelände fahren, wenn sie ins Gelände fahren könnte? Nein? Okay, alleine die 18-Zöller des GLS sprechen eigentlich schon gegen einen Geländeeinsatz (optional könnt ihr auch 21-Zöller haben).

Trotzdem habt ihr ein Glätte-Fahrprogramm, eine Geländeuntersetzung und eine Mitteldifferenzial-Sperre dabei. Ihr werdet diese Features bei 222 km/h (Höchstgeschwindigkeit) auf der Autobahn zwar selten brauchen, aber es ist gut, sie an Bord zu wissen.

Was bekomme ich noch für mein Geld?

Einen ziemlich schicken Innenraum zum Beispiel: mit offenporigem Holz, dem neusten Comand-Online-System mit teilintegriertem Achtzoll-Infotainment-Display und einem neuen Dreispeichen-Lenkrad.

Außerdem bekommt ihr eine verbesserte Verarbeitungsqualität, einen unüberschaubaren Haufen an Sicherheitssystemen und … hatten wir schon irgendwo erwähnt, dass der GLS sehr viel Platz hat?

Mindestens 74.792 Euro sind allerdings auch eine Stange Geld und wenn ihr einmal den Aufpreiskatalog in euren Fingern hattet, werdet ihr ziemlich schnell begreifen, dass es nicht bei rund 75.000 Euro bleiben wird.

Aber trotzdem: Quo vadis GLS ...

Will man sich auf einem Markt, wo man bereits für ein Kompakt-SUV als Umweltverschmutzer geächtet wird, einen solchen auffälligen Autoriesen gönnen?

Mit dem Diesel, der von Mercedes mit 7,1 Liter auf 100 Kilometer angegeben wird, nehmt ihr zumindest theoretisch einigen Umweltterroristen den Wind aus den Segeln. Wenn ihr aber unbedingt einen GLS 400, einen GLS 500 oder den völlig wahnsinnigen Mercedes-AMG GLS 63 mit 585-V8-PS aus 5,5 Liter Hubraum haben möchtet, solltet ihr euch hierzulande auf jede Menge böse Blicke einstellen.

Ab März 2016 könnt ihr euch entscheiden … oder einfach nach Nordamerika ziehen.

 

Autor: Manuel Lehbrink

Daten Mercedes GLS 350 d 4Matic: 2987 ccm, V6-Biturbo, Frontmotor, Allradantrieb, 258 PS, 620 Newtonmeter, 0-100 km/h in 7,8 Sekunden, 222 km/h Höchstgeschwindigkeit, 2455 Kilogramm, 7,1 Liter/100 km, 185 g/km CO2, 74.792 Euro

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