Die wirkliche Veränderung am Leaf, könnte die Wahrnehmung beim potenziellen Käufer sein

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Was ein praktischer Zeitpunkt, um ein neues Elektroauto vorzustellen …

Ganz genau. Zu einer Zeit, in der sich Dieselbesitzer kollektiv die Frage stellen wie sauber ihre Autos eigentlich arbeiten, hat Nissan dem Leaf 26 Prozent mehr Reichweite spendiert. Neben den nun 250 Kilometer Reichweite, wurde er noch etwas aufgehübscht.

Es ist zwar eher ein glücklicher Zufall, als ein gut ausgeheckter Plan, jedenfalls erscheint der überzeugendste Leaf ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo über Suchmaschinen immer mehr nach Elektroautos gesucht wird. Die Sterne stehen gut für Nissan.

Der sieht ja aus wie zuvor. Was soll jetzt daran interessant sein?

Klar, der verbesserte Leaf wird wohl kaum Geschichte schreiben, ganz im Gegenteil zum wirklich revolutionären Toyota Mirai. Dafür ist er das meistverkaufte Elektroauto weltweit. Mehr als 200.000 Einheiten wurden an den Mann gebracht.

Besonders die, die bereits Kunden sind, lieben ihn. Sie sind die zufriedensten Nissan-Käufer. Das erklärt vielleicht, warum so wenig verändert wurde: Das Design ist unverändert polarisierend, auch der 109-PS-Elektromotor wurde nicht angerührt. Die einzigen Veränderungen betreffen die im Boden liegenden Batterien.

Was ist neu?

An Größe und Aufteilung hat sich nichts getan, aber die Katoden wurden verbessert. Dadurch steigt die Kapazität von 24 auf 30 Kilowatt-Stunden. Das bedeutet, dass die Reichweite bei voller Ladung von 200 auf 250 Kilometer ansteigt. Ein Netz von Schnellladegeräten an Autobahnen soll in einer halben Stunde die Batterie (zum Großteil zumindest) wieder aufladen können, falls das Ziel mal weiter weg liegt.

Dieses Batterieupgrade wird eine Zusatzausstattung sein, die wohl 80 Prozent der Käufer wählen werden.

Ein Tesla Model S kommt um einiges weiter

Korrekt, aber das kostet auch um einiges mehr als der 34.000-Euro-Leaf. Bei den Daten jedenfalls liegt Nissan, nach eigenen Angaben, genau richtig. Laut deren Recherche im sogenannten C-Segment (Golf-Klasse) fahren Käufer am Tag weniger als 50 Kilometer. 98 Prozent fahren weniger als 160 Kilometer.

Falls ihr jetzt denkt: „Der Alte konnte das auch“, dann stimmt das, aber hier geht es hauptsächlich um Wahrnehmung. Eine bessere offizielle Reichweite sorgt dafür, dass die Besitzer sich weniger Sorgen wegen dieser machen und deswegen nicht wie ein 85-jähriger Pensionär fahren müssen.

Ähnlich sinnvoll in Zeiten von kurzzeitigen Leasingverträgen, scheinen die acht Jahre Garantie auf die Batterie zu sein. Aber es beruhigt den Kunden.

Warum genau lieben die Kunden nun ihre Leafs?

Er ist einfach, durchdacht, zuverlässig und komfortabel. Er ist sehr gut darin ein Vernunfts-Auto zu sein. Ein entspannter zu fahrendes Auto ist nur schwerlich zu finden. Allerdings erst nachdem man sich an den seltsamen Gangwahlhebel und die Fuß-Feststell-Bremse gewöhnt hat.

Auch wenn die Leistungsdaten nicht viel hermachen flitzt der kleine Leaf munter durch die Gegend. Die 280 Newtonmeter entsprechen in etwa dem Drehmoment eines kleinen Hot-Hatch, nur dass beim Leaf keine Drehzahl benötigt wird. Das Drehmoment liegt ab der ersten Umdrehung an. Kombiniert mit dem Wegfall von Motorgeräusch und Gangwechseln sorgt es für ein sehr gelassenes Fahrerlebnis.

Während die ersten Leaf-Modelle mit ihrem Handling niemand beeindruckt haben, überzeugt die aktuelle Version mit genügend Grip und einer intuitiven Lenkung. Hinzu kommt ein angenehm komfortables Fahrwerk. Wer etwas Spannung sucht sollte woanders schauen, aber der Leaf muss keine genaue Prüfung scheuen.

Passt die neue Batterie in einen älteren Leaf?

Leider nein. Nissan schiebt es auf die EU. Nach verbauen einer anderen Batterie bräuchte jedes veränderte Fahrzeug eine neue Betriebserlaubnis. Somit soll es sich für den Kunden mehr lohnen, auf das neuere Modell zu wechseln.

Zumindest für Nissan lohnt es sich …

Wohl auch. Nissan verfolgt auf jeden Fall Teslas Upgrade-Politik und wird eine ähnliche Strategie für zukünftige Fahrzeuge einführen. Autonomes Fahren ist bereits angedacht und für zukünftige Leaf-Generationen vorgesehen.

Bis dahin sind die spannendsten Neuerungen: eine neue Farbe (Bronze) und ein neuer Touchscreen. Dieser wird ähnlich wie ein Smartphone bedient und gibt dem sonst fantasielosen Interieur wenigstens ein bisschen Flair à la BMW i3 oder Tesla.

Da gab's aber schon aufregendere Facelifts

Wohl war. Doch wenn man auf einmal den Wert des eigenen Diesels anzweifelt, erfüllt der Leaf alle Anforderungen, die zum Dieselkauf führten.

Viel Drehmoment untenrum, günstiger Unterhalt (5 Cent pro Kilometer, sagt Nissan) und keine KFZ-Steuer. Der Gutes-Gewissen-Bonus darf natürlich nicht außenvorgelassen werden.

 

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