Er hat so viele Türen wie nie, einen richtig großen Kofferraum und soll sich trotzdem noch wie ein Go-Kart fahren? Na, da sind wir aber gespannt ...

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Was haben wir denn hier?

Es ist der neue Clubman von Mini, diesem britischen Unternehmen im bayrischen Konzern-Exil. Dort bezeichnet man ihn als Premium-Kompaktwagen. Ja, der Preis spricht sicherlich dafür. Wir fahren den Cooper S Clubman mit Automatik, der kostet mindestens 29.450 Euro. Mit all den Assistenz-, Infotainment- und Luxus-Extras, auf die ihr so abfahrt, sind aber über 40.000 Euro auch kein Problem. Geschmack kostet eben – genau wie Geschmacklosigkeit ab und zu auch.

Wie viel Auto bekomme ich denn für so viel Geld?

Zumindest mehr als beim Vorgänger: Er ist gewachsen, der Clubman. Ganz schön viel sogar. Im Prinzip kauft ihr aber die gleiche Fahrzeugplattform, die ihr auch mit dem BMW 2er Active Tourer erwerbt. Sie hat den konzerngenormten Radstand von 2,67 Meter, ist auf Frontantrieb ausgelegt und macht den Mini-Radstand um zwölf Zentimeter länger. Insgesamt wächst der Clubman um 30 Zentimeter auf 4,25 Meter. In der Breite legt er auf 1,80 Meter zu.

Ein Riesenmini also ... was bringt mir das?

Ja liebe Mini-Puristen, ihr dürft die Goliath-Werdung verteufeln. Oder ihr freut euch über zwei echte Fondtüren und eine zweite Sitzreihe, in der nicht nur eure Pygmäen-Freunde eine würdige Sitzposition finden.

Ihr könnt auch 360 Liter Gepäck mitnehmen. Oder sogar 1250 Liter, dann müssen eure Freunde aber daheim bleiben. Es ist der größte Mini-Kofferraum, den ihr jemals gesehen habt, aber er fasst nicht mehr, als ihr es aus der Nicht-Premium-Kompaktklasse kennt.

Kein Kombi, ein Clubman. Und der hat nun mal die Form eines Kombis und eine zweigeteilte Hecktür, die einfach wunderbar die Sicht nach hinten einschränkt und mit dem Mittelsteg Motorräder oder Smarts verschwinden lässt.

Was gibts Neues im Innenraum?

Ihr habt vielleicht schon einmal in einem Dreitürer oder einem Fünftürer gesessen? Dann kommt euch das Cockpit sicherlich ziemlich bekannt vor. Es ist auch im Clubman zugebaut und unaufgeräumt wie ein Kinderzimmer. Ihr müsst keine Chaosfans sein, aber schöne Knöpfe, Schalter und Tasten verstecken? Nein! Die Verarbeitung passt, aber allzu spitze Fingernägel solltet ihr nicht haben, wenn ihr nicht sofort einige Oberflächen verkratzen wollt.

Fährt er sich denn dann wenigstens auch so wie einer der kleineren Minis?

Heiß und kalt, ja und nein, drinnen und draußen, oben und unten würde Katy Perry über den Clubman singen ... wenn sie Deutsch könnte. Er ist immer noch der agilste Kombi … ähm Clubman unter den Konkurrenten (die es nicht gibt), aber er ist deutlich ambivalenter geworden.

Schweißausbrüche bei hohen Geschwindigkeiten oder starkem Wind sind passé. Das liegt an dem größeren Radstand und der verbreiterten Spur.

Wenn ihr den Zweiliter-Benziner mit 192 PS an Bord habt, geht der Achtgang-Automatik-Mini in 7,1 Sekunden auf Tempo 100 und wird bis zu 228 km/h schnell. Das straffe Fahrwerk (mit den adaptiven Dämpfern und den „Mini-Drive-Modes“ bekommt ihr es sogar noch straffer) könnt ihr immer noch die Go-Kart-Gene aus dem Clubman kitzeln. Die Lenkung und Gasannahme bleiben im Vergleich zum Vorgänger sehr direkt und, okay, Untersteuern passiert jetzt häufiger …

Immer noch unentschlossen?

Man kann sich jetzt lange und ausgiebig über sinnvolle und sinnlose Autos streiten. Aber am Ende bleibt alles doch nur eine Frage von Nutzern und Nutzen, Kosten, Zweck und selbstverständlich dem eigenen Geschmack.

Also, lasst uns streiten … auch und vor allem über die horizontalen Heckleuchten ...

Autor: Manuel Lehbrink

Daten: 1998 ccm, 4-Zylinder-Turbobenziner, Frontmotor, Frontantrieb, 192 PS, 300 Nm, 5,8 l/100 km, 134 g/km CO2, 0-100 km/h in 7,1 s, 228 km/h Spitze, 1465 kg, 29.450 Euro

 

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