Das schicke Kompakt-SUV bekommt ein leichtes Facelift und einen neuen Diesel

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Was genau ist neu am Range Rover Evoque?
Optisch? Optionale LED-Scheinwerfer und ein schickes neues LED-Tagfahrlicht, deren Form hinten von neuen LED-Rücklichtern wieder aufgenommen wird.

Es gibt größere (Schein-)Lufteinlässe und jede Menge neuer Räder und Lacke. Insgesamt sind es 14 Außenfarben und 16 Radvarianten. Wenn ihr einen Evoque seht, der genauso wie eurer aussieht, habt ihr  definitiv was falsch gemacht.

Hat Land Rover endlich den schrecklichen Touchscreen auf den Müll befördert?
Sozusagen. Er wurde verbessert und verschiedene Extrapakete, die eure Brieftasche leeren, verbessern das Infotainmentsystem weiter, aber der Evoque profitiert nicht vom gesamten „InControl Pro“-System, das zum Beispiel  vom Jaguar XE bekannt ist. Oder auch aus dem Landie Disco Sport.

Das ist ein echter Wermutstropfen. Der Evoque-Touchscreen hat jetzt zwar nicht mehr die ewig langen Ladezeiten, bei denen man bei jedem Systemstart glaubte, das Gerät muss für die Anzeige ein richtiges Wasserfarbenbild malen. Aber verglichen mit dem Besten von BMW und Mercedes sieht es ziemlich alt aus. Das pixelige Bild wirkt unpassend im Armaturenbrett des neuen Evoque. Hej, das soll doch ein Range Rover sein, oder?

Land Rover hat allerdings die alten Billigheimer-Einstellrädchen gegen bessere ausgetauscht, die nicht so aussehen wie die Gimmicks aus den Frühstücksflocken-Packungen. Und auch für andere Teile wurden die Regale von Range Rover nach besseren Materialien durchsucht.

Ihr könnte Massagesitze mit Kühlung bekommen, ein Ambientelicht, das jeden Nachtklub schlecht aussehen lässt, und die ganze Assistentenbande inklusive Spurverlassenswarner und Kollisionswarnpiepser. Wenn ihr wie die Trottel fahrt, wird auch der Evoque klingen wie ein Elektro-Wave-Stück.

Also: Er sieht etwas nobler aus und fühlt sich auch so an. Wars das?
Glücklicherweise nicht. Land Rover hat fast eine Milliarde Euro verbraucht, um ein blitzendes neues Motorenwerk in Wolverhampton hinzuklotzen. Da wäre es schon schändlich gewesen, den kleinen Goldesel nicht mit einem der vielgerühmten neuen „Ingenium“-Motoren auszurüsten.

Doch wird er nicht einfach vom Jaguar XE übernommen. Damit er in den nur für den Quereinbau geeigneten Motorraum des Evoque passt und Land Rovers Gelände-Anforderungen (50 Zentimeter Wat-Tiefe und angemessene Böschungswinkel) erfüllt, sind 20 Prozent der Motorteile für den Evoque maßgeschneidert. Das ist verdammt viel für ein einziges Modell.

Wozu denn das?
Weil wir Deutschen sparsame Diesel lieben. Der Evoque mit dem Ingenium-Motor ist der sparsamste Land Rover aller Zeiten – für alle, die Fakten für den Stammtisch brauchen.

Wie sparsam ist er denn?
Die angegebenen Zahlen für die 150-PS-Version des Coupés – mit Handschaltung und Frontantrieb – sind 109 Gramm CO2 pro Kilometer und 4,1 Liter auf 100 Kilometer. Damit ist das Auto so grün, dass Land Rover eine neue Modelllinie namens „Efficient Capability“ geschaffen hat: wie die Bluemotion-Modelle von VW, aber für schicke SUVs.

Diese Evoque-Variante ist sicher der Liebling aller Firmenflotten-Manager, aber er ist nicht wirklich der, den man nehmen sollte.

Warum nicht?
Weil die Handschaltung sich nach Gummi anfühlt, und weil sie unglücklich vermählt ist mit einer schwergängigen Kupplung und unkomfortabel angeordneten Pedalen. Der Wagen ist auch ziemlich träge, wie die meisten dieser CO2-Spezialisten. Sechster Gang für schnelles Überholen auf der Autobahn? Nichts da. Probiert den fünften. Hmm, vielleicht auch den vierten. Oder den dritten?

Aber Handschalter sind für richtige Fahrer, Automatik ist was für Taxis, oder?
Ja schon, in einem Sportwagen. Aber eine Automatik (eine Neungang-Wandlerautomatik im Fall des Evoque) passt um Welten besser zum Charakter dieses Schönsten aller Schönen.

Der Motor ist dann öfter am Punkt des größten Drehmoments, und unter 2500 U/min ist der zweite, 180 PS starke Ingenium-Motor ein angenehm kultiviertes Aggregat, weit geschmeidiger als der alte Diesel. Macht die Tür auf, während der Motor läuft (am besten, wenn das Auto steht natürlich), und ihr merkt, wie gut die Lärmdämmung das Viertopf-Rattern bekämpft.

Fährt sich der neue Evoque denn gut?
Besser als früher. Denn weil die neuen, sparsameren Motoren etwa 24 Kilo leichter als die alten sind, konnte Land Rover das Fahrwerk neu abstimmen, um die Insassen mehr zu hätscheln.

Der Evoque hatte schon immer eine sehr leichtgängige, übermäßig unterstützte Lenkung, aber in Kombination mit dem leichteren Vorderwagen ist der Wagen richtig kurvengierig. Und gut gefedert. Ihr sitzt herrschaftlich hoch, fühlt euch aber doch geborgen. In der Kurve stört kein Wanken und die Front geht nicht in die Knie.

Die Offroadfähigkeiten sind immer noch erstaunlich, und so kommt der kleinste Range Rover immer noch in Ecken, die wohl kaum ein Kunde jemals erforschen wird.

Das E-Capability-Modell hat wegen der Reifen mit geringem Laufwiderstand weniger Grip, deswegen untersteuert es eher. Wenn euch solche Dinge wichtig sind, würden wir euch einen BMW X3 vorschlagen. Oder ihr könntet langsamer fahren. Dies ist ein SUV, also hört auf mit diesen Scherzen.

Und insgesamt? Hat sich das Facelift gelohnt?
Auf jeden Fall. Das Design, das den Leuten von hier bis Canberra die Köpfe verdrehte und ihnen das Geld aus den Taschen zog, wurde durch die optische Optimierung nicht verdorben. Ein neuer Evoque ist immer noch ganz schön teuer in der Anschaffung, kostet aber nun im Unterhalt weniger, und fühlt sich innen besser an als bisher.

Und das Beste für Land Rover: Auch vier Jahre nach dem Start ist kein Rivale dem Evoque nahegekommen, was den Will-haben-Faktor angeht. Der ist jetzt sogar noch stärker geworden. Jetzt seid ihr wieder am Zug, Audi, BMW & Co …

 
Daten (TD4 Automatik): 1999 ccm, R4-Turbodiesel, Frontmotor, Allradantrieb, 180 PS, 430 Nm, 5,1 l/100 km, 134 g/km CO2, 0-100 km/h in 9,0 s, 200 km/h Spitze, 1674 kg, 41.550 Euro

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