BMW haut auf die Kacke. Riecht wunderbar

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Augusto Farfus grinst wie ein volles Sparschwein: „Wenn du zuhause erzählst, dass dieses Auto driftet, glaubt dir das kein Mensch.“ Mit einer Hand am Lenkrad stellt der BMW-Werksfahrer, intern liebevoll „Gustl“ genannt, den neuen X6 M mal eben quer. Bestimmt werden sich diverse Po­wer-Papis schon freuen, vor der Grundschule einen gepflegten U-Turn hinzulegen.

Zugegeben, der BMW X6 M ist so ziemlich das letzte Auto, das einem beim Thema Drift in den Sinn kommt. Schließlich wiegt das Teil über 2,3 Tonnen. Also eher massiver Säbel statt leichtes Florett. Andererseits steht nun einmal der Buchstabe M am Heck und ein doppelt aufgeladener V8 mit 575 PS im Motorraum. Auf dem Papier beschleunigt der BMW X6 M in 4,2 Sekunden auf 100 km/h. Aber Papier ist geduldig, das Dickschiff unter unserem Allerwertesten nicht. Mister Farfus gibt ordentlich Tinte auf den Füller und mich presst es in den Sitz. Sind die offiziellen M-Spucktüten in Griffnähe? Im Duell Schwerkraft gegen Innereien steht es gefühlt schon 3:0. Ich komme mir vor, als stände ich neben dem 42-Zentimeter-Mörser aus dem Ersten Weltkrieg, auch „Dicke Bertha“ genannt. Aber ich sitze mittendrin.

Denn mal unter uns: Seltsam ist das schon. Da schraubt BMW neuerdings in immer mehr Baureihen diverse Dreizylin­der hinein. Ist ja so furchtbar effizient und sparsam bis zum Anschlag. Und dann kommt der neue X6 M. Ein Auto wie ein Edelbordell: Pervers, aber geil. Mächtige Schürzen mit üppigen Lufteinlässen senken die Sozialverträglichkeit, steigern aber das Überholprestige. Keine Frage, dieses Auto mag mancher für obszön halten, einigen Grünen-Anhängern wird bei dem Anblick das vegane Wurstbrot aus der Hand fallen. Wenn sie ihn hierzulande überhaupt einmal erblicken: Der größte Markt für M-Modelle sind die USA. Dort wurden 2014 insgesamt 11.400 Fahrzeuge mit dem Kraft-Buchstaben am Heck verkauft.

Entscheidender ist, dass es die BMW-Ingenieure geschafft haben, dass sich Bertha gar nicht so dick anfühlt. Mit der feinfühligen Lenkung lässt sich der ziemlich unübersichtliche X6 M exakt navigieren. Auch der Abrollkomfort überrascht: Trotz 21-Zoll-Bereifung werden die Bandscheiben geschont. Und so lautet mein Urteil: Braucht es das? Nein! Will man das? Ja!

Daten:
4 395 ccm, V8, F4, 575 PS, 750 Nm, 11,1 l/100 km, 258g/km CO2, 0–100 km/h in 4,2 s, 250 km/h, 2 265 kg, 117.700 €

Urteil:
Der X6 zeigt, dass mit M jeder BMW zum Dynamiker wird. Wir warten auf den M2 Active Tourer

Wertung:
7/10

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