BMW gibt Stoff. Wir auch

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Es ist der Alptraum eines Autotesters: Ich sitze in einem netten Cabrio, aber es regnet wie aus Eimern. Das Verdeck zu öffnen, kommt mir nicht einmal im Traum in den Sinn. Mein Beifahrer bemerkt nur lakonisch, dass das heftige Geprassel auf der Stoffmütze klingt wie einst im Campingurlaub. Aber anders als bei zwei Wochen Lido di Jesolo im Regen gibt es hier wenigstens einen potenziellen Stimmungsmacher, und zwar unter der Haube. Denn ich sitze im neuen BMW 228i Cabriolet. Macht dessen Turbo-Vierzylinder Laune auf besseres Wetter?

Bereits auf den ersten Blick wirkt der Nachfolger des 1er Cabriolet deutlich harmonischer. Weniger Schwünge auf der Karosserie sorgen für mehr Eleganz und lassen den 2er sehr stimmig wirken. Hinzu kommt ein Längenplus von elf Zentimeter, insgesamt misst der neue Wagen 4,43 Meter. Keine unbekannte Zahl, denn exakt so lang war das 3er-Cabrio der Baureihe E36. Falls BMW einen Slogan braucht: Zwei ist die neue Drei. Aber auch wenn der 1er-Nachfolger deutlich zugelegt hat: Ein Raumwunder darf man nicht erwarten.

Die Rücksitze passen bestenfalls zwei Personen, die gerne kuscheln und nicht größer als 1,60 Meter sind. Alle anderen Mitfahrer sollten spätestens zwei Häuserblöcke weiter von der Strafbank befreit werden.

BMW 228i: Das klingt für langjährige Fans der Marke nach Sechszylinder. Aber weit gefehlt, das Aggregat kommt mit vier Töpfen und zwei Liter Hubraum aus. Die gleiche Turbo-Maschine verrichtet auch im 220i ihren Dienst, ein Baukasten-System macht es möglich. Um gusseisernen BMW-Fans endgültig die Tränen in die Augen zu treiben, kommt das Cabrio auch als 218i mit Dreizylinder. Und was ist mit dem Fahrspaß? Der ist ohne Frage im 228i reichlich vorhanden. Dafür sorgt auch das ausgezeichnete Automatikgetriebe. Es verteilt die 350 Newtonmeter maximales Drehmoment stets so präzise wie früher Oma die Butter auf der Brotscheibe. Das hätten sich die BMW-Fahrer vor zwanzig Jahren manchmal gern gewünscht. Klar klangen die Reihen-Sechszylinder toll, mussten aber auch gedreht werden. Glaubt ihr nicht? Bitte schön: BMW 328i, Baujahr 1995, 280 Newtonmeter bei 3 950 Touren.

Doch so schön die neue Vierzylinder-Welt bei BMW objektiv ist, subjektiv bleibt man zwiegespalten zurück: Entweder viel Drehmoment oder viel Sound. Zum Trost gibt es ein agiles Handling. Dieses Auto folgt den Anweisungen seines Fahrer wie ein Trüffelschwein seiner Beute. Her mit dem Sommer, aber sofort!

Daten:
1 997 ccm, R4, FF, 245 PS, 350 Nm, 6,6 l/100 km, 157 g/km CO2, 0-100 km/h in 6,0 s, 250 km/h Spitze, 1 630 kg, 41.650 €

Urteil:
Wer früher das 3er-Cabrio mochte, wird den offenen 2er lieben. Für Klangliebhaber gibt es den M235i.

Wertung:
8/10

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