Nur ein neuer lahmer Komfort-Diesel?

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Der Inbegriff der Citroën- Neudefinierung ist der C4 Cactus (der mit den Luftpolstern außen an den Türen). Die neuen Leitlinien: Ein Citroën ist nicht aggressiv. Komfort steht im Vordergrund. Er ist für Leute, die eine gelassene Fahrweise bevorzugen und sparsam voran kommen wollen. Stop! Sollen uns hier etwa lahme Gurken als die Verheißung verkauft werden? Zum Glück nicht, denn der nach diesem neuen Leitsatz überarbeitete Golf-Konkurrent C4 mit neuem 120-PS-Diesel hat sich als recht spritzig erwiesen.

Der 1,6-Vierzylinder mit Start-Stopp-System ist immer mit einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert. Das maximale Drehmoment von 300 Newtonmetern liegt bei 1 750 Umdrehungen pro Minute an, so dass die Maschine etwas höher gedreht werden sollte, wenn man forcierten Leistungseinsatz wünscht.

Die Dämmung des ganzen Autos ist aber hervorragend. So bekommen die Ohren von höheren Drehzahlen nicht viel mit. Ich bin auf einer französischen Autobahn wagemutige 140 km/h gefahren (130 km/h waren erlaubt) und da hört man nur Windgeräusche und das Abrollen der Reifen, fast wie in der Oberklasse.

Die Lenkung liegt ruhig in der Hand und zeigt sich ziemlich direkt. Die Rückstellkräfte könnten größer und der Wendekreis kleiner sein. Citroën meint, dass der Wagen in agil gefahrenen Kurven wenig wankt und recht haben sie. Auch eine sportliche Kurvenhatz macht der C4 mit.

Und das Komfort-Versprechen? Im Innenraum fällt vor allem ein schicker gemachtes, weichgeschäumtes Armaturenbrett samt Sieben-Zoll-Touchscreen auf. Das integrierte Navi neigt aber zu Irrfahrten. Dafür sind die vorderen Sessel sehr bequem, straff genug, geben einen guten Seitenhalt und „massieren“ auf Wunsch sogar (die Lordosenstütze pumpt sich auf und ab). Der Verstellbereich der elektrischen Sitze ist kurz und hoch sitzt man auch. E-Motoren brauchen halt ihren Platz. Ihr seid also größerer Natur? Dann nehmt die manuell verstellbare Variante. Das dadurch gesparte Geld kann sinnvoller gegen neue Sicherheitsausstattungen und Elektro-Assistenten getauscht werden.

Der Einstiegs-C4 starten bei 16.990 Euro. Dafür gibt es den 110-PS-Benziner in der Basisausstattung „Live“. Immerhin ist dort schon eine Klimaanlage an Bord. Ein Radio ist im Paket mit Nebelscheinwerfern samt statischem Abbiegelicht und 16-Zoll-Stahlfelgen für 690 Euro erhältlich. Seltsamer Zubehörmix. Der 120-PS-Diesel steht ab 23.540 Euro in der Preisliste – viel Geld, aber im Konkurrenzvergleich nicht allzu überzogen.

Daten:
1 560 ccm, 4-Zyl.-Diesel, FF, 120 PS, 300 Nm, 3,6 l/100 km, 93 g/km CO2, 0-100 km/h in 10,6 s, 197 km/h Spitze, 1 355 kg, 23.540 €

Urteil:
Komfortabler Kompakter mit eigenständigem Design. Im C4 treffen sportliche Grundzüge auf Allüren der Oberklasse.

Wertung:
8/10

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