Der große tschechische Kahn kommt in seiner dritten Generation und ist mit reichlich Schutz gegen Regen ausgestattet.

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Wovon reden wir?

Dies ist Skodas neuer Rolls-Royce-Rivale, der Superb der dritten Generation.

Rolls-Royce-Rivale?

Tatsächlich. Also, abgesehen vom Phantom und Ghost ist der neue Superb – soweit wir wissen – das einzige Fahrzeug, das sich nicht nur durch einen, sondern zwei Regenschirme in seinen Türen auszeichnet. Er ist, einfach gesagt, das regensicherste Fahrzeug, das sich in dieser Preisklasse kaufen lässt. Wenn ihr und euer Passagier auf dem Weg von der Auffahrt zur Eingangstür trocken bleiben möchten, ist es also der Superb oder ein Rolls.

Hilfreich. Ähnelt der Superb auch noch auf andere Weise einem Rolls?

Die Größe. Obwohl er zugegeben nicht ganz die Maße eines Phantom LWB besitzt, ist der Superb riesiger als je zuvor: drei Zentimeter länger und fünf 5 Zentimeter breiter als sein bereits nicht sehr kleiner Vorgänger, und gleichermaßen mit größerem Innenraum.

Es ist üblich, bei Besprechungen großer Fahrzeuge festzustellen, dass es „ausreichende Beinfreiheit gibt, damit ein Einsneunzig-Mann hinter einem anderen sitzen kann“; im Superb könnte man wahrscheinlich einen weiteren obendrein in den Fußraum des Rücksitzes quetschen. Der Innenraum ist eine echte Höhle, in der sich ein kleines Kind für mehrere Wochen unauffindbar verstecken könnte.

Der Kofferraum ist entsprechend riesig und misst bei eingefalteten Sitzen 1760 Liter. Und dies ist nur die Fließheck-Version: Der Superb-Kombi kommt in wenigen Monaten auf den Markt, um denjenigen gerecht zu werden, die regelmäßig eine Familie afrikanischer Elefanten befördern müssen.

Er mag zwar größer als sein Vorgänger sein, aber der Superb ist dennoch leichter. Durch den Einsatz des MQB-Unterbaus des VW-Konzerns hat er um die 75 Kilo verloren.

Er ist also groß. Noch etwas?

Groß, und bis unters Dach mit viel Technik gefüllt. Skoda hat im neuen Superb die volle Palette der Leckerbissen des VW-Konzerns eingesetzt, die eine ganze Bandbreite an Wünschen erfüllen: von der Heckklappe, die sich bei einem Wackeln mit der Schuhspitze öffnet, über den Park- und Spurassistenten bis hin zu einer adaptiven Dämpfung und dem eingebauten TV im Fahrzeug.

Natürlich erhält man solche Opulenz nicht als Standard bei den Basismodellen – aber es gibt sie, wenn man sich nicht lumpen lassen möchte.

Wie sieht es mit den Motoren aus?

Alle sehr vernünftig, zum Großteil. Diesel beginnen bei einem 120-PS-1,6-Liter-TDI und reichen bis zu der 190-PS-Wiederaufnahme von VWs vertrautem 2,0-Liter-Turbodiesel. Selbst dieser spritzigste Diesel bringt mit DSG offiziell 4,6 Liter pro 100km und 119 g/km CO2, wodurch der Superb auf die oberen Ränge des wenig genutzten KFZ-Steuer-Radstand-Verhältnisses katapultiert wird.

Benziner werden nicht viel in Erscheinung treten, sind jedoch zahlreich verfügbar. Es gibt einen 1,4-Liter-TSI, der eine Leistung von 125 PS erzielt, beziehungsweise eine 150-PS-Version des gleichen Motors, der mit Zylinderabschaltung ausgestattet ist und unter leichter Last effektiv als Zweizylinder arbeitet.

Mehr Leistung gefällig? Ferner gibt es einen 220-PS-2,0-Liter-Turbobenziner, der in zirka sieben Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Unstimmig, jedoch trotzdem erfreulich, ist der Superb auch mit Allradantrieb und dem 280-PS-2.0-TSI des Spitzenmodells Seat Leon Cupra erhältlich. Natürlich mussten wir diese Version Probe fahren ...

Und wie war es?

Ziemlich vergnüglich, in einer dem zukünftigen Weiterverkauf eher abträglichen Weise. Für so ein großes Schiff – das Spitzenmodell Superb legt sich mit der Geschwindigkeit ziemlich ins Zeug – passt die Sportmaschine besser zum großen Skoda, als man erwarten würde.

Auch wenn es kaum ein Sporttier ist, gelangt es problemlos um die Kurven, wobei es nur in den schnellsten und engsten Kurven mit seiner beachtlichen Länge in Konflikt gerät. Das Sechsgang-DSG-Getriebe erfüllt seine Aufgabe im Allgemeinen einwandfrei, zeigt jedoch gelegentlich ein kleines Ärgernis beim Herunterschalten.

Selbst dann. Wenn man, sagen wir, auf der Suche nach einer familientauglichen Allwetter-Transportalternative zum Audi RS 6 für die Hälfte des Preises ist, dann könnte dieses Fahrzeug genau passend sein.

Aber dieses Fahrzeug wird niemand kaufen, oder?

Nein.

Und wie sehen die Superbs aus, die die Leute tatsächlich nehmen werden?

Gleichermaßen attraktiv und eher weniger dem Weiterverkauf abträglich. Auch wenn er nicht ganz der (zugegeben teureren) Mercedes-S-Klasse mit ihrem gelassenen, leise flüsternden Lauf ebenbürtig ist, vermittelt der Superb ein angemessenes Bild einer deutschen Spitzenklasse-Limousine, die ruhig dahinschwebt und im Großen und Ganzen die Außenwelt auf Abstand hält.

Wird man zu enthusiastisch, entdeckt man reichlich Reifenquietschen und nicht allzu viel im Hinblick auf Resonanz, aber darum geht es beim Superb auch nicht wirklich. Es geht darum, bei minimalem Stress Kilometer um Kilometer mühelos hinter sich liegen zu lassen, insbesondere wenn die (optionale) adaptive Dämpfung im weichsten Modus gelassen wurde.

Insofern empfehlen wir, sich von den größten Leichtmetall-Optionen fernzuhalten, da wir vermuten, dass Superbs mit großen Reifen auf schlechten Straßen zu einer gewissen Klobigkeit neigen könnten.

Wie viel kostet er?

Eine überraschend vernünftige Menge Geld für so viel Auto. Abgesehen von seinen anschwellenden Maßen ist der neue Superb, im Spezifikationsvergleich, einen Bruchteil günstiger als das Auslaufmodell; der Mindestpreis liegt hier bei 24.590 Euro für die Benziner-Basisversion und steigt auf über 36.000 Euro für die Allradversion mit allem Drum und Dran.

Eine weise Entscheidung, wenn man nicht wirklich einen Transporter braucht, aber für sein Geld trotzdem schieres Volumen möchte. Dass der Superb ordentlich aussieht, angenehm läuft und viel Technik bietet, macht das Ganze nur noch schmackhafter. Und denkt nur daran, wie viel ihr an jährlichen Kosten für Regenschirme sparen ...

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