Die brandneue Version des „sexy Vans“. Paul Horrell hat sie getestet.

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Ja ja, der S-Max. Das, was man bei Ford unter einem „sexy Van“ versteht ...

Na ja, vielleicht liegen sie ja gar nicht so falsch mit diesem Ansatz. Vans sind natürlich für Menschen gedacht, die sich schon einige Male fortgepflanzt haben – und daher nun immer ihre Kids mitnehmen müssen. Doch die meisten Autos dieser Art sind so wuchtig und langweilig, dass man den Eindruck hat, ihre Fahrer hätten das Projekt Zeugung inzwischen völlig aufgegeben.Der schicke S-Max lässt dagegen hoffen, dass doch noch ein wenig Leben in seinen Fahrern steckt.

Warum berichten wir also über den Van?

Weil es sich um ein ganz neues Modell handelt.

Und wieso sieht es dann fast so wie das alte Modell aus?

Die Linienführung ist ähnlich, weil der S-Max ja immer noch dem gleichen Zweck dient. Es ist oft ein Zeichen für ein gutes Auto, dass sein Hersteller es nicht immer wieder neu überarbeiten muss. Schaut man genauer hin, sieht man aber, dass die Optik stärker dreidimensional wirkt als zuvor. Außerdem wurde die Nase neu geformt, mit einer klarer definierten Fronthaube anstelle der Schaufelform, und es steckt mehr Sorgfalt in den Details. Zudem ist die Plattform ganz neu, die gleiche wie im neuen Mondeo.

Wie fährt sich der Van?

Der S-Max ist ein gutes Fahrzeug. Wie auch der Mondeo, ist dieses Modell voll auf gediegenen und bequemen Fahrkomfort abgestimmt und weniger auf das Fahrverhalten an sich. Dennoch lässt es sich gut fahren, besser als die meisten Crossover-Modelle, die mittlerweile zum Standard-Transportmittel für große Familien geworden sind. Es gibt den Van sogar mit einer 240-PS-Version des Focus-ST-Motors. Allerdings klingt der hier dumpfer als in einem Sportauto, denn er muss ein eher träges Sechsgang-Vehikel mit einem beträchtlichen Gewicht antreiben und schluckt daher auch ganz schön Sprit.

Da sind aber auch noch die 180- und 210-PS-Versionen des 2,0-Liter-Diesel. Wir haben die mit 180 PS getestet und festgestellt, dass sie ein ausreichendes Drehmoment liefert, um mit der nicht unbeträchtlichen Masse des S-Max gut zurechtzukommen. Das Ganze gibt es mit gut abgestimmter Handschaltung oder mit komfortabler Doppelkupplungsautomatik. Nimmt man dann noch den Vierradantrieb als Option dazu, bekommt man ein hervorragendes Transportmittel für Skiausflüge.

Vom Schnee einmal abgesehen, ist das Kurvenverhalten dieses Fronttrieblers sehr gut. Er reagiert sehr fein abgestuft und schlingert kaum, obwohl man das Lenkverhalten nicht wirklich als scharf und präzise bezeichnen kann. Aber immerhin bietet Ford auch eine clevere aktive Lenkung an, durch die der S-Max bei den meisten Geschwindigkeiten direkter reagiert, wobei diese praktischerweise bei höheren Geschwindigkeiten langsamer anspricht.

Nicht schlecht. Gibt es noch weitere technische Neuheiten?

Ford bietet im S-Max erstmals noch ein weiteres Extra an: die intelligente Geschwindigkeitsbegrenzung. Man stellt eine Spitzengeschwindigkeit ein. Das Fahrzeug liest dann Verkehrsschilder und Navigationsdaten und reduziert die Geschwindigkeit entsprechend.

Wo kein Tempolimit besteht, kann der Fahrer wieder mehr Gas geben und schneller fahren. Will man aber doch einmal einen Moment beschleunigen, muss man einfach kurz das Gaspedal durchtreten. Ford zufolge ist man damit vor Strafzetteln wegen zu schnellen Fahrens sicher. Anfangs kam uns das Ganze etwas merkwürdig vor, aber wenn man dem System vertraut, funktioniert es tatsächlich einwandfrei. Es ist vor allem bei häufig wechselnden Tempolimits sehr praktisch. Und wenn das System doch einmal einen Fehler macht, kann man immer noch auf die Abbruchtaste drücken.

Es handelt sich ja um einem Van. Also gibt es viel Platz im Inneren?

Wann habt ihr das letzte Mal einen mit sieben Erwachsenen besetzten Van gesehen? Mit seiner abfallenden Dachlinie ist der S-Max eigentlich ein 5+2-Modell. Aber das ist auch in Ordnung: Fünf Personen finden auf den einstellbaren Einzelsitzen Platz und es gibt einen großen Gepäckraum.

Sollte man dann doch einmal mit mehr Leuten unterwegs sein, lassen sich aus der Ladefläche ein oder zwei Zusatzsitze herausklappen. Dazu muss man einfach für jeden gewünschten Zusatzsitz fünf kleine Auslöseschalter im Gepäckraum drücken. Alles in allem ein höchst vielseitiger Innenraum.

Wie angenehm ist das Ambiente im Van?

Die Innenausstattung des S-Max ist weitgehend gut verarbeitet und umfangreich. So ist zum Beispiel in allen Versionen in der Mitte des Armaturenbretts ein großer Farbbildschirm eingelassen, so dass man für nur 570 Euro ein Navi hinzufügen kann. Alles wirkt sehr solide und durchdacht konzipiert.

Merkwürdigerweise fällt nur eine Komponente mit verdächtig billig wirkendem Kunststoff ins Auge: Die Bedienkonsole des „Premium“-HiFi-Systems von Sony. Der Sound ist aber beeindruckend gut.

Also diesen oder einen Discovery Sport?

Das trifft den Nagel auf den Kopf: Der S-Max ist zwar schneller, kostengünstiger und vielseitiger, aber er ist in einer Welt, in der jeder ein SUV haben will, wohl eher ein Außenseiter.

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