Reicht der kleine Diesel fürs große SUV?

  • honda_crv_teil_2_1
  • honda_crv_teil_2_2
  • honda_crv_teil_2_3
  • honda_crv_teil_2_4
  • honda_crv_teil_2_5
  • honda_crv_teil_2_6
  • honda_crv_teil_2_7
  • honda_crv_teil_2_8
Kaum da, war er auch schon wieder weg: Meine Kollegen wollten unbedingt mit dem Garagen-Neuzugang Honda CR-V von München zur Motor Show nach Essen fahren. Dort präsentierte sich TopGear Ende November 2014 mit einem eigenen Stand. Das respektable SUV drängte sich mit seinem riesigen Kofferraum (da passen fast 590 Liter Gepäck rein) für die Reise geradezu auf. Und außerdem bot sich die über 600 Kilometer lange Strecke in den Ruhrpott als gute Feuerprobe an. Schließlich wollen wir ja wissen, wie der 1,6-Liter-Basisdiesel mit bescheidenen 120 PS das große Frachtschiff voranbringt. Ich gab mich geschlagen, verschob den geplanten Super-Mega-Einkauf im Möbelhaus um zwei Wochen und rückte den Schlüssel raus.

„CR-V“ steht für „Comfortable Runabout Vehicle“, das heißt übersetzt so viel wie „kom­fortabler Flitzer“. Nach der Essen-Tour und weiteren längeren Fahrten ist sich die Redaktion einig: „Flitzer“ passt genauso gut zum CR-V wie „Mäuschen“ zu Reiner Calmund. Aber „komfortabel“ stimmt. Und das nicht nur wegen der rückenschonenden Fahrwerksabstimmung. Vorn ist viel Platz, die beheizbaren Sitze sind bequem und straff, es fehlt bloß ein wenig Seitenhalt. Im Fond kann sich selbst unser 1,87-Meter-Kollege richtig räkeln: Genügend Knie- und Kopffreiheit ist da. Freundlicherweise hat uns Honda den Großen zudem nicht nur in der bestens bestückten Top-Linie „Lifestyle“ vor die Tür gestellt, sondern ihn auch noch mit Vielfahrer-Lieblingen wie einem Abstandstempomat und einem aktiven Spurassistenten bedacht. Unterm Strich stehen allerdings auch knackige 37.155 Euro, für die beim Einstiegsdiesel noch nicht mal ein Allradantrieb dabei ist. Klar, wenn wer den CR-V nur kauft, weil man so herrlich hoch sitzt, braucht den nicht unbedingt. Aber als der Winter uns (und den Räumdienst) in Oberbayern eiskalt erwischte, mussten die Vorderräder auf schneebedeckten Straßen bergauf ziemlich schwer kämpfen.

Und der kleine Diesel? Passt, vorerst. Vorausgesetzt, man erwartet keine sportlichen Höchstleistungen. Die Maschine ist laufruhig, zieht gleichmäßig kräftig aus dem Tourenkeller hoch und produziert zwischendrin genügend Druck. Allerdings verliert sie an Autobahn-Bergen schnell die Puste. Da ist frühzeitig die Flucht nach rechts angesagt, sonst blinken die Lampen vom Hintermann bedrohlich im Rückspiegel. In den nächsten Wochen schauen wir verstärkt auf den Verbrauch. Der liegt derzeit (mit viel Autobahn) bei 7,4 Liter. Das geht bestimmt noch besser.

Daten:
1  597 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, FF, 120 PS, 4,7 l/100 km, 124g/km CO2, 0–100 km/h in 11,2 s, 182 km/h, 1 611 kg, 31.745 € / 37.155 €

Gutes:
- Ihr wollt Platz? Nehmt ihn euch. Es ist genug da. Und das nicht nur in der ersten Reihe und im Fond, sondern auch im Kofferraum
- Knackige Sechsgang-Box, weit oben liegender Hebel. Da macht Schalten richtig Spaß

Schlechtes:
- Die indirekte Lenkung vermittelt zu wenig Feedback von der Straße. Dadurch liegt der CR-V bei hohem Speed etwas nervös auf dem Asphalt 
-  An längeren Steigungen und mit drei Leuten an Bord verlassen den kleinen Diesel spürbar die Kräfte

 

Top Tests

Top News

Folgt uns:

Zum Seitenanfang