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Auch am Berg sind die 717 PS eine arschtretende, wild um sich schlagende Sensation und die tolle Achtgang-Box ist weitaus schneller und schlauer als vermutet. Sicher wäre man nichts weniger gern als die Bremse einer Hellcat, doch die fetten 390er-Brembos erweisen sich als verflucht zähe und fähige Burschen. Es klingt absurd, aber hier, in den verwinkelten Gedärmen der Nockalm, fühlt sich der Charger plötzlich richtig gut an.

Irgendwie hat er sein Gewicht besser im Griff, untersteuert kaum und sein größter Spaß-Trumpf ist immer nur einen kleinen Zucker des großen Zehs entfernt. Die Pirelli-mampfende Smoke-Machine ist jetzt sowas von im Haus und tapeziert den armen Kärntner Alpen-Teer mit unzähligen schwarzen Streifen, die gigantischer sind als die Tankrechnung, die heute Abend folgen wird (er gönnte sich 18,2 Liter im Schnitt, der RS 7 war mit 14,5 nur unwesentlich berühmter). Der Mix aus gut aufgelegter Hinterachssperre, hausgroßem Radstand und genereller Weichheit macht die Querness in allen erdenklichen (und teils grotesken) Winkeln zum reinen Kinderspiel. Es ist göttlich. 

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Mitten rein in unser Bergkhana stürmt – bei diesem Zufall müsste man sofort einen Lottoschein ausfüllen – ein immens verrucht aussehender Dodge Challenger SRT8, der sich seit ein paar Minuten in meinem Rückpiegel die Sche... aus den Reifen driftet. Als wir aussteigen, um diesem leicht übernatürlichen Aufeinandertreffen ein Gesicht zu geben, erwartet mich ein sehr tätowierter, über die Maßen bärtiger Kerl mit Hut und Harley-Jacke.

Man würde sich nachts womöglich ein bisschen vor ihm fürchten, aber er ist der lustigste Typ, den ich seit langem gesehen habe und er freut sich über die Hellcat ein riesiges Loch in den Bauch. Ich gehe mal stark davon aus, dass mein neuer Dodge-Buddie auch im echten Leben kein geschniegelter Anzug-Träger mit Summa-cum-Laude-Lebenslauf ist, aber ich bin mir sicher, er hat bei allem, was er tut, einen ganzen Haufen mehr Spaß. Die Analogie zur Hellcat könnte kaum größer sein. 

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Der RS 7 Performance ist objektiv betrachtet in allen Belangen (bis auf diesen völlig irren Motor) das deutlich bessere Auto und mehr, als man sich in einem sauschnellen Alltag je wünschen könnte. Ich würde mich – vielleicht habe ich einfach zu viel Qualm eingeatmet – trotzdem für die etwas aus dem Ruder gelaufene, sprich die bessere Party entscheiden.

 

Technische Daten Audi RS 7 Performance: 3993 ccm, V8-Biturbo, Frontmotor, Allradantrieb, Achtgang-Automatik, 605 PS, 750 Newtonmeter, 0-100 km/h in 3,7 Sekunden, 305 km/h Höchstgeschwindigkeit, 2005 Kilo, 9,6 Liter/100 km, 221 g/km CO2, Preis 121.700

Technische Daten Dodge Charger SRT Hellcat: 6166 ccm, V8-Kompressor, Frontmotor, Heckantrieb, Achtgang-Automatik, 717 PS, 881 Newtonmeter, 0-100 km/h in 3,8 Sekunden, 320 km/h Höchstgeschwindigkeit, 2073 Kilo, 17,0 Liter/100 km, 394 g/km CO2, Preis 105.900 Euro

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