Aud Rs7 Dod Cha Hellcat 16 13

Die letzten Kilometer zur Mautstrasse sind ein flaches, herrlich verkurvtes aber ziemlich schnelles Stück Strecke. Es hat angefangen, zu regnen und der RS 7 ist voll in seinem Element. Ich weiß, auch er ist gewaltig und seine Lenkung ist hölzern wie ein Zweitliga-Verteidiger, aber nach dem Charger wirkt er wie ein mageres Stück Pute nach einer Woche Pizza-Hut-All-you-can-eat. Total exakt, akribisch, komprimiert. Er wirft mit Grip um sich, plättet alle Widrigkeiten mit purer Effektivität und ist so irre, einfach so irre schnell.

Im Rückspiegel sehe ich die Hellcat etwas unbeholfen durch die Kurven stolpern, in jeder Kehre kriegt das megascharfe Leuchtenband am Heck ein wenig mehr „Rundumblick“. Das ist nicht wirklich schnell, aber offenbar ziemlich witzig. Unser Knipser Peter kämpft mit den Elementen, grinst hinter dem Hellcat-Lenkrad aber wie ein Honigkuchenpferd. 

Aud Rs7 Dod Cha Hellcat 16 14

Genau hier liegt wohl ein bisschen das Problem des Audi. Wir sind mittlerweile im Serpentinen-Wunderland Nockalmstraße angekommen und verschlingen gierig die ersten, noch schneelosen Biegungen. Dabei kämpft der RS 7 die lustvoll fließenden Rundungen mehr nieder, als dass er ausgelassen mit ihnen spielt.

Ohne gemeingefährliche Geschwindigkeiten, sozialistische Mengen an Platz und einen Fahrer, der gerade alles verloren hat (oder einen verschlafenen Redakteur auf einer öffentlichen Schnellstraßen-Einfahrt), bewegt sich der Sportback-Hintern keine zehn Zentimeter nach außen. Wenn sein Allradantrieb bis zu 85 Prozent der Kraft nach hinten bugsieren kann, dann tut er dies offenbar nur sehr ungern. Und auch das optionale Hinterachs-Sportdiff verteilt die Kräfte zwischen den Hinterrädern lieber grundsolide als ... ähem ... ur-amerikanisch.  

Aud Rs7 Dod Cha Hellcat 16 15

Jep, die Hellcat ist noch nicht von der Klippe gesegelt und weilt nach wie vor unter uns. Ich gebe zu, ich bin ein wenig im Zwiespalt, weil mich a) irgendwas an „so viel Dodge auf so wenig Straße mit so steilen Abhängen“ ziemlich beunruhigt, ich es aber b) gar nicht mehr abwarten kann, jeder einzelnen dieser Serpentinen einen rauchigen Power-Oversteer-Stempel mit einem fetten Widderkopf drauf zu verpassen.

Ich kann noch immer nicht ganz verstehen, wie primitiv das Interieur eines 100.000-Euro-Schlittens aussehen kann, aber bei diesem Auto scheint es wirklich nur um das völlig hemmungslose Monster unter der ellenlangen Motorhaube zu gehen. 

Top News

Zum Seitenanfang