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Wir sind auf dem Weg zur idyllischen Nockalmstraße im nördlichen Kärnten, Heimat des Speedweek-Finales 2015 und 35 Kilometer langes Alpenstraßen-Wunderwerk mit 52 anbetungswürdigen Kehren. Ich weiß, es klingt absurd, mit insgesamt gut zehn Metern und vier Tonnen an powerlimousinigem Irrsinn einen verwinkelten Bergpass hoch- und runter zu donnern.

Aber ein Dragstrip ließ sich auf die Schnelle ganz zufällig nicht organisieren und manchmal ist es auch recht amüsant, einem Elefanten beim Tanzen zuzusehen. Außerdem soll es den beiden Grazien freilich auch an natürlichem Terrain nicht mangeln. Will heißen: Es liegen nun erstmal gut 250 Kilometer Autobahn vor uns. Große Teile davon in Deutschland und ohne Tempolimit.

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Die Verlockung, die Bahn mit dem von allen guten Geistern verlassenen „Business-Muscle-Car“ in Schutt und Asche zu legen, ist groß. Aber ich spare mir die XXL-Portion Unfug für später auf und starte den Trip ganz seriös im RS 7. Er ist wahrlich eine Schönheit. Präzise, wertig, selbstbewusst, aber nicht protzig. Von außen, vor allem aber von innen.

Mit Leder- Alcantara-Schalen, die so grazil gesteppt sind, dass man Angst hat, sie zu verletzen. Und mit irre viel Carbon, das passend zum sündteuren Sonderlack bläulich schimmert. Der RS 7 mag mittlerweile ein paar Jahre auf dem Buckel haben und würde sich über Dinge wie Audis Virtual Cockpit sicher sehr freuen, aber er ist und bleibt ein Produkt von seltener Qualität, dessen horrendes 121.700-Euro-Preisschild eher anerkennendes Nicken als pickiertes Kopfschütteln hervorruft.

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Fatalerweise hätten diese Seiten um ein Haar ohne Bilder des baye­rischen Powerhauses auskommen müssen. Denn gleich bei der ersten Autobahneinfahrt überrascht mich der Audi mit etwas, zu das Audis qua Naturgesetz eigentlich nicht in der Lage sind. Ja, er hat übersteuert. Und wie. Aus dem Nichts. Na gut, es war feucht, Reifen, Straße, RS 7 und ich waren noch kalt, das ESP stand auf Sport und zwei ziemlich fuchsige Turbos kickten ein. Aber hey, das hier war gerade ernsthaft ein kapitaler Drift. Mit einem Audi.

Mit weit aufgerissenen Augen und einem Haufen Gefuchtel verhindere ich knapp vor der Leitplanke ein sechsstelliges Fiasko, dann muss ich lange und laut lachen. Ich war fest davon überzeugt, wenn hier heute irgendetwas völlig quer und unkontrolliert einschlägt, dann ist es der Dodge. Schön zu sehen, dass der RS hinter seiner dicken Schicht Perfektion offenbar doch einen kleinen, schelmischen Kobold sitzen hat. 

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