Vgl Kompakt Sportler 16 12

Es gibt übrigens einen Grund, warum ich mir den Civic Type-R bis zum Schluß aufgehoben habe: Die Bedingungen für eine frontgetriebene, aufgeladene 310-PS-Knallbüchse könnten nämlich kaum bescheidener sein als heute und dass einer der werten Kollegen gerade nach einem wunderschönen Dreher aus dem Graben gezogen wird, macht es auch nicht wirklich besser. Man muss wahrlich kein Genie sein, um herauszufinden, dass die Nummer mit der Traktion heute zum Problem werden könnte.

Also fangen wir lieber mit den Positiva an. Die Lenkung strotzt vor Gefühl und hat mehr Wucht als alle anderen hier. Nicht, dass sie deinen Bizeps überstrapaziert, aber du fühlst dich einfach, als würdest du irgendwas ziemlich Männliches und Mechanisches bedienen. Kollege Horncastle analysiert messerscharf, dass der Type R ebenfalls über die besten Sitze verfügt – womit ich konform gehe. Dann sagt er, dass er biestige Maschinen wie den Civic liebt und macht eine irritierende Imitation eines Löwen. Komischer Mann.

Man merkt einfach, dass dieses Auto für Rundenzeiten gebaut wurde: Der Type-R fühlt sich breiter an als er ist und hat immensen mechanischen Grip. Zudem besitzt er ein wahrhaft mächtiges Aggregat – ja, extrem „turboig“ aber gefühlt keinen Deut langsamer als der Focus RS. Und das, obwohl im bis 100 km/h auf dem Papier eine ganze Sekunde fehlt.

Etwas problematisch: Abgesehen vom Pfeifen und Zwitschern des Turbos macht dieser Motor fürchterlich nichtssagende Geräusche. Und trotz aller Bemühungen des Vorderachs-Diffs ringen die Vorderreifen permanent um Fassung. Und mit permanent meine ich permanent. Sogar, wenn man den unnötig nervösen R+-Modus nicht an hat. Also runter vom Gas, fahr die Chose im Schnitt einen Gang höher als du es für richtig hälst und schon geht der Bock halbwegs vernünftig ums Eck. Allerdings bist du dann so dermaßen viel langsamer als die anderen drei, dass es mit dem Spaß auch nicht mehr so weit her ist. 

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