Kraft- und Carbon-besessener Tuner spendet Über-Cabrio relativ zurückhaltenden Schliff  

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Der neue, Oben-Ohne-Monarch Rolls-Royce Dawn ist eine reichlich gloriose und knapp 300.000 Euro teure Land-Yacht.

Für einige Menschen ist das herrlich elegante, 5,30 Meter lange Stoffdach allerdings nicht gut genug. Für Menschen des berüchtigten Tuning-Hauses Mansory, zum Beispiel.

Die „fingerfertigen“ Jungs im oberpfälzischen Brand können einfach nichts so lassen, wie es ist. Sei es ein Lamborghini Aventador SV, ein Mercedes S 63 Coupé oder sogar ein Jet-Ski – wenn man Karosserieteile tauschen, Felgen abschrauben oder die Motorhaube öffnen kann, ist Mansory schneller zur Stelle, als man „Geschmack“ sagen kann.

Aber nichts für Ungut. Auf einer Skala von eins bis Carbonado wirkt die Bearbeitung dieses Rolls erstaunlich subtil. Hauptsächlich hat man sich nämlich im Motorraum ausgetobt.

Seltsamerweise nutzt der Dawn den Antrieb des Ghost und nicht den des Wraith. Im Vergleich zu seinem fest bedachten Bruder mangelt es dem 6,6-Liter-V12 des Dawn also ein wenig an Leistung (570 zu 632 PS). Mansory hielt es für eine gute Idee, diesen Mangel auszumerzen und brachte ihn auf 740 PS. Obwohl der Dawn so ein verdammt schwerer Hund ist, beschleunigt er nun in 4,5 Sekunden von 0-100 km/h (ein Minus von 0,4 Sekunden). Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 250 auf 285 km/h.

Na gut, es gibt ein paar Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung. Namentlich ist das der Einsatz von Carbon an Frontlippe, Motorhaube und allem, was den Grill umgibt. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Schlitten 2,5 Tonnen wiegt, dürfte das in etwa den Effekt haben, als würde man ein paar Liegestühle von der Titanic schmeißen.

Verglichen mit Mansory-Standards mag dieser Rolls-Royce geradezu subtil wirken, aber ein bisschen Design-Krach macht er dann doch. An der Front gibt es neue Lufteinlässe mit anständigen „SCHAU MICH AN!“-LED-Tagfahrlichtern. Dazu passen neue Seitenschweller sowie eine geänderte Heckschürze und ein beachtlich gut integrierter Spoiler-Bürzel auf der Original-Heckklappe.

Außerdem sitzt der roayle Ofen nun auf gigantösen 22-Zöllern mit High-Performance-Gummis von Vredestein.

Nun wissen die Typen in Goodwood ein, zwei Dinge darüber, wie man ein vernünftiges Interieur baut. Aber Mansory ist der Meinung, sie wissen es besser. Also gibt es exotischere Hölzer, Metalle, Kohlefasern und Leder. Man kann sich auch den Namen seines Haustiers oder ein besonders inspirierendes Facebook-Zitat auf Fußmatten und Kopfstützen nähen lassen.

Nichtsdestotrotz ist das hier ein eher zurückhaltender Mansory-Versuch. Präferiert ihr sowas oder doch eher das wildere Zeug?

 

Autor: TopGear/Stefan Wagner

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