TopGear lässt das Motorjahr 2015 Revue passieren. Mit Hilfe des bekannten Mediums der Zahl-o-matischen Erinnerung 

1 – Hubschrauber bei der Speedweek

TopGears jährliche Speedweek fand dieses Jahr am Red Bull Ring in Spielberg statt. Mit tausenden von Pferdestärken, die im Namen wichtigen Qualitätsjournalismusses über die Strecke geprügelt wurden. Größtenteils zumindest.

Seltsamerweise hatte das Highlight für die meisten von uns nichts mit der Action auf dem Kurs zu tun. Es ging eher um das, was oben drüber passierte. Red Bulls Kampfhubschrauber jagte die Autos um den Track wie ein hungriger Gepard eine Meute bemitleidenswerte Gazellen. Das alles gipfelte in einem Bitte-macht-das-nicht-zuhause-nach-Rennen mit einem McLaren P1 GTR. Yes!


19,08 – Höhe des Loopings bei Jaguars loop-the-loop-Weltrekord

Das sind 19,08 Meter. Logisch, oder?

Stuntman Terry Grant schnappte sich den Weltrekord am Vorabend der Frankfurter IAA in einem Jaguar F-Pace auf einem speziell konstruierten Looping, den man auf der Galopprennbahn Niederrad installierte.

Grant war in der Spitze 6,5 g ausgesetzt. Um kleben zu bleiben und in einem Stück auf der anderen Seite wieder rauszukommen, musste er das Auto innerhalb eines lächerlich kleinen Geschwindigkeitsfensters bewegen.

Ach ja: Im Gegensatz zu allen gefahrenen Tests regnetet es an diesem Abend. Und Terry fuhr mit einer gebrochenen Hand. Irre.






23 – Neuzugelassene Hyundai Genesis Coupés

Nicht einmal zwei Dutzend Käufer fanden sich im abgelaufenen Jahr für Hyundais heckgetriebenes Sportcoupé. Kein vom Kraftfahrtbundesamt einzeln ausgewiesenes Auto (Modelle, die unter „Sonstige“ zusammengefasst sind, sind hier nicht berücksichtigt) wurde weniger oft zugelassen. Ein zugegeben etwas trauriger Rekord.

Es muss sich dabei um Restposten handeln, die noch bei einigen Händlern rumstanden, denn das Genesis Coupé wird seit Ende 2013 aufgrund mangelnder Nachfrage in Europa nicht mehr angeboten.

Das ist mehr als unverständlich, weil: Das Teil sieht noch immer spitze aus, es hat einen großen V6-Sauger mit 347 PS unter der Haube und es bietet unkomplizierten, übersteuernden Heckantriebsspaß für ziemlich wenig Geld.

Das größte Problem des Genesis Coupé war wohl folgendes: Es ist kein SUV.






1,370 – Durschnittlicher Preis für einen Liter Super E10 in Deutschland

Die Spritpreise purzeln und purzeln. Der Liter Diesel rutschte kürzlich immer häufiger unter die magische Ein-Euro-Marke.

Die Hauptschuld trägt der Verfall des Rohöl-Preises, der zuletzt nur noch knapp 36 US-Dollar pro Barrel betrug. Zuletzt war das 2009 der Fall.

Eine Zukunft ohne Sprit liegt dennoch bereits gut sichtbar vor uns. Diverse Länder (darunter auch Deutschland) haben sich zu einem Verkaufsstopp für Autos mit Verbrennungsmotor bis 2050 verpflichtet. Uns bleiben also 35 Jahre für die Entwicklung von Batterien mit brauchbarer Reichweite. Oder für irgendetwas anderes, was fürchterlich schlau und emissionslos ist ...




152 – Tage zwischen den Abtritten von Piech und Winterkorn

Ferdinand Piech warf am 25. April diesen Jahres das Handtuch als Aufsichtsratschef der VW Group. Es war die Folge eines bemerkenswerten internen Machtkampfs, der Piechs einstigen Zögling Martin Winterkorn als Sieger hervorgehen ließ.

Seine Zeit an der Spitze war allerdings von eher kurzer Dauer: Am 23. September räumte Wiko seinen Stuhl, als der Abgasskandal gerade erst begann, die Autowelt aus den Angeln zu heben. VWs Manipulationssoftware wird das Unternehmen Milliarden an Rückruf-Ausgaben und Strafen kosten. Und das Ausmaß des Ganzen scheint noch immer nicht vollständig bekannt zu sein. Autsch.


310 – Startplätze, die McLaren-Honda aufgrund von Strafen verlor

Fernando Alonso und Jenson Button mussten ein grauenvolles Jahr am Ende des Formel-1-Feldes erdulden. Verschlimmert wurde das Martyrium durch die Tatsache, dass die erbärmliche Zuverlässigkeit diverser Teile die beiden jeweils 155 Startplätze kostete.

Die beiden Weltmeister erreichten während der 19 Rennen der Saison 2015 gerade mal 27 Punkte. Das sind 3,84 Prozent von dem, was Mercedes auf seinem Weg zum Konstrukteurstitel einfuhr.

Ebenfalls interessant: Die restlichen 18 Autos wurden aufgrund von Strafen insgesamt um 367 Startplätze zurückgestuft, nur 57 Plätze mehr, als McLaren alleine an Strafen produzierte.




375 – Anzahl an gebauten McLaren P1

Wo wir gerade bei McLaren sind: Der letzte P1 ist gerade eben vom Band gerollt. Nach einer Produktionszeit von etwas mehr als zwei Jahren.

Die Bauzeit für jeden einzelnen P1 betrug 800 Stunden. Um das 916 PS starke und über 380 km/h schnelle Monster zusammenzusetzen, war ein Team von mehr als 100 Menschen nötig. Herr im Himmel!

Ganz tot ist McLarens Topmodell allerdings noch nicht: Die Beendigung der Produktion bedeutet, dass die Briten mehr Zeit damit verbringen können, den P1 GTR zu bauen. Yippie!




5383,46 – Gefahrene Kilometer des Le-Mans-Siegerautos

Der Porsche 919 Hybrid von Nico Hülkenberg, Earl Bamber und Nick Tandy schaffte 395 Runden auf dem Circuit de la Sarthe. Das ist die zweitbeste Sieger-Distanz nach den 5410,71 Kilometern, die Audi im Jahr 2010 erreichte.

Die kürzeste Sieger-Reichweite wurde im Jahr 1924 bei der zweiten Auflage des 24-Stunden-Rennens erzielt. John Duff und Frank Clement fuhren in einem Dreiliter Bentley Sport 2077,34 Kilometer.


35.964 – Von Pirelli zur Verfügung gestellte Formel-1-Reifen

Nicht alle mögen mit Pirellis Performance in der Formel 1 zufrieden sein, aber ihre Gummi-Distribution ist ziemlich beeindruckend. Nahezu 36.000 Reifen (oder 9000 Sätze) wurden den Teams im Jahr 2015 zur Verfügung gestellt. Das beinhaltet auch 6108 Pneus, die zu Testzwecken geliefert wurden.

Letztendlich gelangen all diese Reifen zurück zu ihrem Hersteller, der für eine umweltfreundliche Entsorgung aufkommt: Der Gummi wird geschreddert und anschließend bei extrem hohen Temperaturen verbrannt, um sicherzustellen, dass keine giftigen Gase in die Atmosphäre gelangen. Sehr ordentlich.


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