Jetzt, da aus dem Carrera ein Turbo geworden ist, zeigen wir euch 52 Jahre 911er-Evolution ...

Ja ja, der neue Porsche 911 Carrera hat jetzt einen Turbo. Zwangsbeatmung mag den Puristen zwar ärgern, aber auch die legendärsten Sportwagen der Geschichte müssen mit der Zeit gehen. Also solltet ihr euch einfach nicht zu doll darüber ärgern.

Klickt euch durch die 52-jährige Porsche-911-Geschichte und verratet uns: Welche Ära war oder ist euch am liebsten?


Die frühen Jahre (1963 - 1973)

Das 901-Concept aus dem Jahr 1963 markiert den Startschuss für einen Serienerfolg, mit dem wohl nicht einmal Porsche gerechnet hat. Lediglich der Name wurde noch von 901 zu 911 geändert, um die Verwechslungsgefahr zu damaligen Peugeot-Modellen zu verhindern.

Er wurde als größere und praktischere Version des 356 designt, hatte zwei Sitze mehr als dieser und wurde deshalb sofort von den Kritikern bemängelt.

Frühe 911er wurden von Zweiliter-Motoren mit gerade einmal 130 PS angetrieben. Okay, die Autos wogen damals auch nur rund eine Tonne. Doch die Motorgröße und die Leistungsausbeute begannen zu wachsen. Die Spitze dieser frühen Baureihen war der Carrera RS 2.7 mit 210 PS.




Das G-Modell (1973 - 1989)

Jede neue 911-Auflage wurde intern bereits mit einem Buchstaben des Alphabets benannt, doch erst bei „G“ gab es so grundlegende Änderungen beim Design und der Technik, dass man wirklich von einer neuen Generation am Sportwagenhimmel sprechen konnte.

Das G-Modell wurde sehr lange gebaut. Es debütierte 1973 und wurde erst 1989 ersetzt. Die wohl wichtigste Neuerung war die Einführung der Turbotechnik in die 911er-Baureihe. Das Turbo-Modell, welches ihr auf dem obigen Bild sehen könnt, startete 1975 und erreichte mächtige 260 PS. Damals waren Turbolader allerdings nur den stärksten 911-Modellen vorbehalten ...


Der 964 (1989 - 1994)

Der 964 (um beim internen Codenamen zu bleiben) kam in den späten Achtzigern auf den Markt. Er wurde zwar nur mit leichten Styling-Änderungen versehen, dafür gab es aber eine gehörige Portion neuer Technik.

In Zahlen: Er war zu 85 Prozent neu. Erstmals gab es Allradantrieb, eine Servolenkung, ABS oder Airbags.

Bis vor Kurzem konntet ihr Exemplare aus dieser Baureihe noch vergleichsweise günstig auf dem Gebrauchtwagenmarkt ergattern, denn er wird von allen 911-Modellen der Geschichte als optisch am wenigsten gelungen empfunden.

Und obwohl viele der normalen Fahrzeuge an Singer gespendet werden, schraubt sich der abgespeckte 964 RS unaufhörlich in der Preisspirale nach oben.






Der 993 (1994 - 1998)

Wir bleiben bei den internen Typenbezeichnungen von Porsche, um etwaigen Verwirrungen vorzubeugen und weil sie unter euch Auto-Nerds sowieso bekannt sind.

Der 993 kam bereits fünf Jahre nach dem 964 auf den Markt. Er gilt bei vielen Porsche-Fans immer noch als der schönste 911, der jemals gebaut wurde. Darüber hinaus war der 993 der letzte 911 mit Luftkühlung und der erste, der die GT2-Plakette erhielt. Man nannte ihn den „Witwenmacher“.


Der 996 (1998 - 2001)

Nach dem so beliebten 993 kam der 996 auf den Markt. Es war das Jahr 1998 und die Einführung der Wasserkühlung wurde mit Argwohn beäugt, so als würde der 911 seinen Charakter verlieren. Diese kritische Betrachtungsweise von Neuerungen und Änderungen hält sich bis heute, wie wir wissen ...

Außerdem ärgerte man sich höchstwahrscheinlich nicht nur über die Änderungen der Hardware, sondern auch über die großen Styling-Schritte. Der Schock: Die Scheinwerfer waren nicht mehr elliptisch.

Darüber hinaus markiert der 996 den Beginn des exponentiellen Modellwachstums innerhalb der 911-Baureihe. Doch wir wollen uns nicht beschweren, denn dadurch entstand auch zum ersten Mal der zauberhafte GT3.




Der 996.2 (2001 - 2004)

Die erste Baureihe mit Wasserkühlung war auch die erste, die ein Facelift inmitten des Modellzyklus erhielt. 2001 war es für den 996 soweit und man versuchte, die optischen Kritikpunkte zu verbessern, veränderte das Interieur und bot fortan eine Targa-Version an.

Außerdem kam mit dem 996.2 eine neue 911-GT2-Version auf den Markt – eine etwas weniger gefährliche. Trotzdem war dieser GT2 immer noch ein 315 km/h schnelles Turbo-Monster ohne Allradantrieb.


Der 997 (2004 - 2008)

Die runden Scheinwerfer kehrten im Jahr 2004 zusammen mit einer komplett neuen 911-Generation zurück. Die Form des 996-Vorgängers blieb zwar erhalten, die Gestaltung war aber deutlich appetitlicher.

Alle Modelle hatten zwar mehr als 325 PS, doch der GT2 erreichte mit 530 PS ein neues Leistungshoch.

Doch auch bei der 997-Markteinführung hatten die Puristen etwas zu meckern: Die Lenkung sei gefühllos und sie würde den 911 zum Softie machen.




Der 997.2 (2008 - 2011)

Die Optik hat sich kaum verändert. Die großen Überarbeitungen fanden 2008 unter dem Blechkleid des 997 statt. Effizientere Motoren mit Direkteinspritzung zogen in die 911er und erstmals konnte ein Doppelkupplungsgetriebe geordert werden.

Die positive Resonanz auf die neue Gangbox hielt sich in Grenzen, als Porsche jedoch Schaltwippen für das PDK einführte, war allen klar, dass dieses Getriebe deutlich besser war als die alte Tiptronic-Automatik.

Mit dem GT2-RS-Modell der Baureihe erreichte der 911 seinen bisherigen Leistungshöhepunkt: 620 PS. Doch auch den wahrscheinlich besten 911 haben wir dem 997.2 zu verdanken. Es ist der GT3 RS 4.0. Kein Wunder, dass es der Nachfolger schwer hatte ...




Der 991 (2011 - 2015)

Der 991 kam im Jahr 2011 auf den Markt, und obwohl er wahrscheinlich der schönste 911 seit Jahrzehnten war, konnte keiner verhindern, dass man ihn wegen seiner elektrischen Lenkung kritisierte.

Doch auch der 991 wird in die Geschichte eingehen: Er ist der letzte 911er, der Carrera-Modelle mit echten Saugmotoren hatte, ...


Der 991.2 (seit 2015)

… bis er 2015 einem großen Update unterzogen wurde. Die Carreras werden jetzt von turboaufgeladenen Dreiliter-Sechszylinder-Boxermotoren angetrieben und lediglich die GT3-911er werden künftig auf Zwangsbeatmung verzichten.

Es ist zwar eine Neuerung, die die Puristen erneut auf die Palme bringt, aber so war das auch mit der elektrischen Lenkung, dem Doppelkupplungsgetriebe und der Wasserkühlung ...

Der 911 wurde eigentlich sein gesamtes Leben lang kritisiert. Trotzdem: Welches andere Automodell hat mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel und ist dabei stets stärker und relevanter geworden? Aha!




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