Hier sind die ultimativen km/h-Könige. Ziemlich cooles Zeug ...

Thrust 2

Der Schotte Richard Noble hielt zwischen 1983 und 1997 den Landgeschwindigkeitsrekord und zwar mit diesem güldenen Stengel hier. Nobel scheint aus dem selben Holz geschnitzt zu sein wie die frühen Speed-Pioniere. Der Thrust 2 wurde quasi ohne Geld aufgebaut (das Projekt begann mit 175 Pfund) und zwischen seinen Einsätzen einfach unter einer Plane verstaut. Trotzdem beschleunigte Nobel den Thrust 2 auf heldenhafte 1019 km/h.


Spirit of America

„Der Stoff aus dem die Helden sind“ - ein Titel, der wie gemacht scheint für Craig Breedlove. Genau wie den Luft- und Raumfahrtpionieren der Nachkriegszeit mangelte es Breedlove nicht an Heldenmut und Machismo. Im Jahr 1963 brachte er seinen radikalen, dreirädrigen, Turbinen-getriebenen „Spirit of America“ nach Bonneville … und fuhr 657 km/h. Allerdings wollte die FIA den Rekord nicht anerkennen, weil die Räder nicht angetrieben wurden und es nur drei davon gab.

Im folgenden Jahr erlaubte die FIA nicht angetriebene Räder, bestand aber darauf, dass es vier sein müssen. Breedlove kehrte – vermutlich mit etwas Wut im Bauch – nach Bonneville zurück und dreht alle Hähne voll auf. Leider ein bisschen zu lang. Am Ende seines zweiten Laufs und mit einem Durchschnitt von 847 km/h in der Tasche versagten seine Bremsfallschirme. Er rutschte fünf Meilen lang, traf einen Telefonmast und landete in einem See. Im folgenden Jahr war er wieder da ...


MG EX 181

MG? Rekord? Ja, es ist wirklich passiert. Vor langer Zeit, im Jahr 1957, verstromlinienformte MG sein Modell A, holte knapp 300 PS aus seinem 1,5-Liter-Motor und erreichte 395,32 km/h. Der Fahrer? Stirling Moss.

Der Sprit, den EX 181 benutzte, war allerdings nicht ganz so schön: 86 Prozent Methanol mit freundlicher Unterstützung von Aceton, Nitrobenzol und Dihethylsulfid.


Babs

Babs steht sinnbildlich für die erste Ära der Rekordfahrten. Gewaltiger Flugzeugmotor, Kettenantrieb, sehr tapferer Typ. Babs schaffte 275,23 km/h, verunfallte aber später und tötete seinen Fahrer John Parry-Thomas.


Bloodhound SSC

Das Ingenieurswesen ist cool. Da braucht man gar nicht lange diskutieren. Einfach nur den Bloodhound SSC anschauen und fertig. Er hat eine Turbine und drei Raketen und soll schneller beschleunigen als ein Kampfjet. Den derzeitigen Geschwindigkeitsweltrekord seines Vorgängers ThrustSSC (schlappe 1227,98 km/h) will er um knapp 30 Prozent überbieten. Nach Adam Riese wären das 1596 km/h. Hm … schnell.


Golden Arrow

Womöglich das schönste aller Rekordfahrzeuge. Nach nur einmal Üben trieb Henry Segrave seinen knapp 940 PS starken Pfeil im Jahr 1929 auf 372,48 km/h. Damit überbot er den bestehenden Rekord um knapp 39 km/h.


Bluebird CN7

Der Bluebird CN7 markiert eher einen Schluss als einen Anfang. Er ist der letzte radgetriebene Rekordhalter bevor der Turbinenantrieb – ganz speziell Craig Breedlove und sein Spirit of America – die Überhand gewannen. Donald Campbells Maschine verkörperte 50er-Jahre-Technik vom Allerfeinsten. Hier ging die Kraft einer Proteus-Gasturbine an alle vier Räder. Leider war Bluebird nicht vom Glück verfolgt: Beim Rekordversuch regnete es am australischen Lake Eyre das erste Mal seit 20 Jahren. 648,73 km/h waren ein Rekord … aber weit unter Campbells Ziel von 500 mph (etwa 800 km/h).


Fiat S76 „Beast of Turin“

Wir schreiben 1911 und Fiat will dem 200 PS starken Blitzen-Benz den Geschwindigkeitsrekord (gut 228 km/h) entreißen. Das Auto für dieses kühne Unterfangen klingt modern – nur vier Zylinder, vier Ventile pro Zylinder, Wasserkühlung, strahlgeführte Verbrennung … und 28,35 Liter Hubraum. Der Franzose Arthur Duray wählte das belgische Ostend für seinen Rekordversuch. Allerdings hatte der ortsansässige Tram-Fahrer keine Lust, seinen Zeitplan zu ändern und es gab Probleme mit der neumodischen elektronischen Zeitmess-Ausrüstung. Die 225 km/h wurden nie ratifiziert.


Wingfoot Express 2

JATO steht für Jet Assisted Take Off. Das US-Militär nutzte diese Raketenantriebe, um überladenen Flugzeugen beim Starten zu helfen. Allerdings hatte Walt Arfons eine weitaus bessere Idee. Er steckte 15 von den Dingern ans Ende eines raketenförmigen Chassis und feuerte sie ab. Das Ergebnis? Circa 780 km/h. Nicht genug. Also schnitt Walt im Jahr 1965 Löcher in die Flanken und packte weitere 10 JATOS in den Raketen-Kübel. Die Beschleunigung war offenbar ziemlich alarmierend, allerdings brannten die Raketen vor dem Ende der gemessenen Meile aus. Ziemlich cool, Walt.


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