Niemand kann den Franzosen das Wasser reichen, wenn es um Studien geht. Hier sind die wunderlichsten Peugeots

Peugeot Fractal

Die Studie Fractal wurde zur IAA im September 2015 vorgestellt, ein Roadster-Konzept für die Handtasche, das uns für zukünftige Serienfahrzeuge begeistern soll. Eine gelungene Erwiderung auf alle Klagen, dass die Kreativität des Löwen versiegt wäre.

Es ist löblich, dass die Studien von Peugeot sich von ihrer besten Seite zeigen. Auch wenn die meisten Serienfahrzeuge noch immer beim Einschlafen helfen.

Ein 500-PS-Hot-Hatch, ein großes Coupe mit V12-Motor, ein Allrad-Crossover-Hybrid mit mehr Leistung als ein BMW M3 und ein einrädriges Irgendwas. Dazu noch eine Studie mit einem Namen, der nur geradeswegs aus den Achtzigern kommen kann: Quasar.

Ehre, wem Ehre gebührt. Deshalb klickt euch durch unsere kleine Historie der verrücktesten Peugeot-Design-Studien, die zumeist auch noch übermäßig Leistung hatten.






Peugeot Quasar

So wie dieser. Achtzigerer wirds auf keinen Fall mehr. Auch wenn es sich weniger um Neonstreifen in Pink und Grün und überdrehte Frisuren handelt, sondern vielmehr um einen 600-PS-Turbo-Vierzylinder mit Allradantrieb.

Vorgestellt wurde der Quasar 1984 auf dem Pariser Autosalon und ja, die Scherentüren waren natürlich nur Show, aber die Innereien waren es nicht. Beweis gefällig? Der Antriebsstrang des Quasar hatte seinen Auftritt im 205 T16 WRC, wie ihr alle wisst, ein absolutes Geschoss.


Peugeot Proxima

Zwei Jahre später auf dem Pariser Autosalon zeigte Peugeot die Nutzung der damals neuen CAD-Technologie. Dieser Proxima wurde mit Computern designt, mit einer Karosserie aus „diversen Faserverbundstoffen“, Solarzellen für den Antrieb der Lüfter (1986!) und einem 2,8-Liter-V6, der wunderbar runde 600 PS entwickelte.


Peugeot Oxia

600 PS schien die 1000-PS-Marke der Achtzigerjahre zu sein. Obwohl, wenn man die PS-Inflation der letzten Jahre anschaut, wohl eher eine Million. Der Oxia wurde entwickelt, um die Supersportler seiner Zeit zu überholen. Verbaut war ein, ordentliche 600 PS produzierender, 2,9-Liter-V6, der mit Allrad und Allrad-Lenkung komplettiert wurde.

Die Karosserie bestand aus Carbonfasern und Kevlar, verbunden mit einem Aluminium-Wabenchassis. Innen regierten Leder und Aluminium.


Peugeot Touareg

Zusammen mit dem Asphalte entwickelt, wurde 1996 für den Pariser Autosalon die Touareg-Studie präsentiert. In keinster Weise mit dem Diesel-Koloss von Volkswagen verwandt, war das kleine Offroad-Elektrofahrzeug „freundlich zur Umwelt“. Ist der nicht süß?


Peugeot Asphalte

Ein kleiner Roadster mit dem Ziel, dem Fahrer „ähnliche Erfahrungen wie auf einem Motorrad zu bieten.“ In dem Fall mit den breiteren Reifen vorne. Genau … zu klären, wie das funktioniert, überlassen wir den Bikern unter euch.


Peugeot 806 Runabout

„Für lustvolles Motorbootfahren“ stand 1997 auf der IAA die Studie 806 Runabout bereit. Nachdem alle Anspielungen und Kopfkino-Segmente mit diversen Bond-Girls verklungen sind, bleibt ein futuristisches Freizeit-Fahrzeug auf Basis des hässlichen Vans 806.

Um viel Teak und Gerede vom „Sonnendeck“ kam man natürlich nicht herum.


Peugeot 607 Feline

Vorgestellt auf dem Genfer Autosalon 2000, um den neuen 607 schmackhafter zu machen. Dabei sollten ein zwischen den Vorderrädern verbauter Dreiliter-V6 und die Innereien der eingangs erwähnten Limousine helfen.


Peugeot Vroomster

Einer von vier City-Spielereien, die auf dem Milleniums-Autosalon in Paris gezeigt wurden.

Er sollte, trotz seines fürchterlichen Namens, „die Vielfältigkeit des Automobils und seiner möglichen Käufer repräsentieren.“ Unterm Blech fand sich der Motor vom 206, darüber ein ganz neues Konzept für eine Windschutzscheibe. Solange man sich nicht beim Einsteigen eine Glatze rasiert.


Peugeot RC prototype

Endlich was zum Anfassen. Dieses kleine Mittelmotor-Coupé war Peugeots Idee eines viersitzigen Sportwagens. Viel Carbon verbunden mit Sandwich-Paneelen und ein 180-PS-Zweiliter-Benziner sorgten für gute Fahrwerte.

Peugeot erwartete null bis 100 in sechs Sekunden und 230 km/h Spitze. Innen wurden Leder, Aluminium und Stahl, kombiniert mit Carbon-Schalensitzen und Renngurten, verwendet.

Jahre später kam dann tatsächlich der RC-Z.




Peugeot 907

Ein Peugeot Gran Tourismo mit einem 500-PS-V12 – wie viel Pastis brauchte es für diese Idee? „Wie zu Zeiten der großen Karosserien kombiniert er einen großhubigen Motor mit einer klassischen Form.“ Jetzt ist alles klar.

Dieser, sagen wir mal adäquate, Sechsliter-V12 war zwar vorne, aber hinter den Vorderrädern platziert und hing an einem Sechsganggetriebe. Schwer also? Schlanke 1400 Kilo nur.

Die Karosserie wurde aus Carbon geschaffen und neben den Seiten-Auspuffanlagen, 18-Zöllern und einem digitalen Cockpit hatte der 907 sogar einen Touchscreen.




Peugeot Moovie

Aww, wie süß. Der Moovie, zum ersten Mal auf der IAA 2005 zu sehen, machte sich auf, die städtischen Fortbewegungsmittel der Zukunft zu erforschen. Eine Mischung aus Computermaus und Entsorgungsbehältnis.


Peugeot 20Cup

Der Cup, ein dreirädriger Roadster, war der erste Löwe mit einem 170-PS-Benziner, der die Zusammenarbeit mit BMW einläutete. Verbaut war ein Sechsgang-Schaltgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad.

Das Gesamtdesign sollte Peugeots sportliche Talente widerspiegeln, welche da auch immer gemeint sein sollten. 2005 erblickte er das Licht der Welt in Frankfurt.


Peugeot 908 RC

Entschuldigung, aber leckts mich am A****. Auf dem Pariser Autosalon 2006 wurde diese Studie vorgestellt. Angetrieben vom 5,5-Liter-V12-Diesel aus dem 908 HDI Le Mans Renner, konnte sie mit runden 700 PS aufwarten.

Verbaut war der Motor irgendwo zwischen den Hinterrädern und so tief wie möglich. Die Kraft ging nur an die Hinterräder, durch ein sequenzielles Sechsganggetriebe.

Das Design sollte einen Viertürer mit dem Charakter eines Löwen verbinden. Ziel erreicht!




Peugeot EX1

Ein Elektroauto von 2010, das die Viertelmeile in 14,4 Sekunden fährt. Nur einer von sechs internationalen Beschleunigungs-Rekorden, die der EX1 für sich verbuchen konnte.

Auch eine Runde auf dem Nürburgring verging in einer Zeit, die so manchen Sonntagsfahrer und seinen Porsche alt aussehen ließen: 9:01.338.

Es sei noch erwähnt, dass die Sitze in den Türen waren.




Peugeot SR1

Gänzlich beseelt vom Geiste der Zeit, ist diese moderne Studie eines Eco-Sportlers. Die Vorderräder werden von einem 1,6-Liter-Turbo mit 218 PS angetrieben, während die Hinterräder ihren eigenen Antrieb, in Form eines 95 PS Elektromotors mitbringen.

Allrad kann verdammt schön sein.


Peugeot HX1

Vans zählt man wohl nicht zu den Emotions-Erweckern. Doch Peugeot hat der Langeweile den Kampf angesagt. Der HX1 ist nur 1,30 Meter hoch aber 1,90 Meter breit und 4,80 Meter lang. Keine Vorstellung davon? Der Lamborghini Aventador ist 1,10 Meter hoch, zwei Meter breit und 4,80 Meter lang.

Dazu kommen zwei Notsitze auf der Rückseite der Vordersitze, die sich elektrisch zu einer Mittelsitzreihe ausklappen lassen. Warum baut ihn bloß keiner?


Peugeot Onyx

Vielleicht der Höhepunkt der Designergüsse von Peugeot. Extravagant fasst es gut zusammen.

Das Armaturenbrett ist aus zerstoßenem Zeitungspapier, die Sitze aus Filz und die Flächen, die aussehen wie Kupfer sind aus … Kupfer.

Wer jetzt eine zerbrechliche Designstudie erwartet hat, kann sich freuen. 600 PS stellt der V8-Diesel aus dem 908 Le Mans zur Verfügung und das bei nur 1100 Kilo Leergewicht, trotz Kupfer.

Das wären 545 PS pro Tonne. Zum Vergleich böte sich da der Bugatti Veyron an.






Peugeot 308 R

Der Motor ist der 1,6-Liter-Vierzylinder aus dem RCZ R. Mit 270 PS und 330 Newtonmeter liegt dieser bei der literspezifischen Leistung nur wenige PS hinter dem Mercedes A 45 AMG.

Auf die Straße wird die Leistung durch ein Sechsganggetriebe und ein Torsen-Sperrdifferenzial gebracht. Bis auf das Dach und die Heckklappe sind alle Anbauteile aus Carbon gefertigt.

Die Meister von Peugeot Sport, man denke an den 208 T16, hatten ebenfalls ihre Hände im Spiel und haben den 308 R 26 Millimeter tiefergelegt und 30 Millimeter verbreitert.




Peugeot Exalt

Als Nachfolger der 2012er Onyx-Studie wurde diesmal kein Kupfer verbaut, sonder Haihaut.

Natürlich keine echte Haihaut, sondern um Nachahmung bemühtes Textil. Wie beim Vorgänger wurden noch andere ungewöhnliche Materialien verbaut.

Mit 4,70 Meter Länge und nur 1,30 Meter Höhe sitzt er tief auf seinen 20-Zoll-Designrädern. Die Optik ist inspiriert durch französische Autos der 1920er- und 30er-Jahre. Die Außenhaut ist handbearbeiteter, unbehandelter Stahl.

Angetrieben wird der Exalt vom 1,6-Liter von Peugeot Sport mit 270 PS an einer Sechsgangautomatik plus einem 70-PS-Elektromotor an der Hinterachse. Der sorgt unter anderem für Rekuperation auf der Bremse. Fahrdaten gibt es keine, aber Wunder waren wohl auch nicht zu erwarten, bei dem Gewicht.






Peugeot Quartz

Unter dem wahnsinnig überstylten Exterieur werkelt auch hier der 1,6-Liter-Benziner mit 270 PS und einer Sechsgangautomatik. Zusätzlich ist sowohl an der vom Motor angetriebenen Vorderachse als auch an der Hinterachse ein Elektromotor verbaut.

Das Ergebnis ist, dass im Race-Modus – einer von dreien neben Elektro und Road – insgesamt 500 PS den Crossover befeuern. Mehr als ordentlich.

Das alles basiert auf PSAs EMP2-Plattform, die auch die Basis für den 308 und den Citroën C4 Picasso ist.

Zwei Meter breit, 4,50 Meter lang, komplett mit kurzen Überhängen, 23-Zoll-Rädern, zwei Spoilern und linsenlosen Scheinwerfern. Was für den sportlichen Auftritt vergessen? Scherentüren, ist ja schließlich eine Studie.






 

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