Der Ur-Roadster ist zurück, in vierter Generation. Zeit für ein bisschen Action

Auf dem Track mit dem Mazda MX-5

Mein Funkgerät meldet sich. „Wo bist du?“ Meine Kollegen klingen beunruhigt, so langsam bin ich doch gar nicht. „Keine Sorge, ich bin auf dem Weg zurück“, antworte ich, während ich die Pirelli-Kurve mit halbem Speed umrunde. Was im Mazda ungefähr 10 km/h sind.

Nein, schnell ist der neue MX-5 nicht. In dieser Gesellschaft fühlen sich etwas mehr als acht Sekunden für den Sprint auf 100 km/h beinahe unangemessen an. Besonders wenn man gerade aus dem Huracán ausgestiegen ist. Ups. Aber um Speed geht es im Mazda auch nicht wirklich. Es geht darum, wie groß er ist (nicht sehr), wie schwer er ist (auch nicht sehr), und welchen Einfluss das auf sein Verhalten hat. Mit rund 3,92 Meter von vorn bis hinten ist er sogar kürzer als das Original von 1989 und 100 Kilo leichter als sein Vorgänger. Er sieht auch leichter aus und in meinen Augen auch besser. Modern, klassisch proportioniert, ein tolles Rezept.


Auf dem Track mit dem Mazda MX-5

Wer wirklich will, kann auch einen Zweiliter kriegen, aber Mazda meint, mit diesem 131 PS starken 1,5-Liter-Sauger hier zeigt sich der MX-5 von seiner besten Seite. Und wahrscheinlich haben sie recht. Ein begieriges, williges kleines Ding, mit einem ziemlich kräftigen Sound, wenn man es drauf anlegt. Du hast nie das Gefühl, das dich die fehlende Leistung zurückhält. Im Gegenteil, immer den Schwung beizubehalten, ist ein Vergnügen – so hat man auch bei verhältnismäßig vernünftigen Geschwindigkeiten Spaß, während man sich durch das großartige Sechsgang-Getriebe schaltet, das letzte aus dem kleinen Motor holt und dabei das vergnügliche weiche Fahrwerk unter Kontrolle hält. Okay, etwas Seitenneigung gibt es, aber das ist alles Teil des Vergnügens. Es ist fast so, wie einen Oldtimer zu fahren, einen Lotus Elan oder einen Triumph TR 6, nur mit Klimaanlage und Digitalradio.

Und driften kann er auch. Ein bisschen. Er hat nicht genug Power, um einen Drift auf konventionelle Weise zu provozieren oder auch nur beizubehalten, nämlich mit einem beherzten Tritt aufs Gas. Also muss man ihn richtig mit Schwung in die Kurven werfen, um mit schnellem Richtungswechsel und dem Verschieben des Schwerpunkts die dünnen Räder vom Boden zu lösen. Und genauso leicht einzufangen ist er auch.


Auf dem Track mit dem Mazda MX-5

Das lieben wir am MX-5. Mit ihm Spaß zu haben, ist leicht. Er fährt sich leicht, der Umgang mit ihm ist leicht, kurzum, sich für ihn zu begeistern, ist leicht. Er ist eines von diesen Autos, in das man sich reinsetzt, um auf eine lange und ziellose Reise zu gehen. Das Tolle daran ist, dass er dir nie das Gefühl gibt, die eigenen ungelenken Fahrkünste nur zu tolerieren. Er ist in gleichem Maße begeisternd und herausfordernd, schüchtert den Fahrer aber niemals ein.

Diese vierte Generation dieses Japan-Klassikers versprüht zweifelsohne den spielerischen Geist des ersten MX-5. Niemand hier bei TopGear bezweifelt ernsthaft, dass dem MX-5 ein Platz am Siegertisch gebührt. Und wäre dies nicht ein Vorserienmodell ohne Zulassung gewesen, hätten wir ihn bestimmt gerne mit auf die Straße genommen.


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