Endlich auch in Europa: Ein V8-Muscle-Car zum Preis eines BMW 2ers

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Ist er also endlich eingetroffen?

Nicht ganz. Dies ist der Mustang, der globale Mustang, der, den sie nicht vor dem Herbst verkaufen.

Was hat er, was kann er und was kostet er?

Er ähnelt stark der US-Version, allerdings ist hier Amerikas optionales Leistungspaket als Standard eingebaut. Das heißt, er verfügt über einen 421-PS-Vollaluminium-Vier-Nocken-V8, Sechsgang-Schaltgetriebe, Sperrdifferenzial, große Brembobremsen und 19-Zoll-Räder.

Ford sagt, er schaffe es von null auf 100 km/h in 4,8 Sekunden. Und mit Standard-Startkontrolle, Rundenzeitnehmer und g-Messer, Klimaautomatik, Farbmonitor und Xenonlampen kostet er nur 40.000 Euro. Optional sind ein Premium-Audiosystem und Navigation sowie Recaros und ein Automatikgetriebe erhältlich.

Also ein Schnäppchen?

Ja, viel Papierspezifikationen und Leistung. Wenn man ihn im Sinne der europäischen Heckantrieb-Coupés betrachtet: Er hat die Größe eines V8 der BMW-6er-Serie zum Preis eines Vierzylinders der 2er-Serie.

Wirkt er wie ein Billigprodukt?

Der Motor ist gesund und munter, die Dynamik ist ansprechend und die Kabine steht den Euro-Ford-Qualitätsniveaus in nichts nach, aber er hat einen ganz eigenen Charakter. Weder Spitzenklasse noch Schrott. Auf der Straße ist er ein leiser und raffinierter Cruiser mit ziemlich hoher Geschwindigkeit, bei dem sich alles auf beruhigende Weise solide anfühlt.

Wie sieht es mit der Start-und-Stopp-Abteilung aus?

Der V8 stellt seine Leistung großzügig bereit, aber die Wirkung entfaltet sich nicht brennend schnell, da er gegen 1651 kg besten US-Materials arbeiten muss. Es braucht schon Drehzahl, die der Motor aber gerne bietet. Der Schlüssel zum Besonderen des Mustang ist der Klang: eine ehrliche Harmonie von Metall und Benzin.

[TG drove a US-spec 'Stang through every American state. See how we got on here

Hier später einen Link zu dem Heftartikel “Mustang US-Roadtrip” setzen, der aber erst eingepflegt werden muss

http://www.topgear.com/uk/tags/mustang-vs-the-states]

Bei niedriger Geschwindigkeit gibt es einen Getriebewiderstand (schon deutlich besser, seit wir die ersten US-Fahrzeuge gefahren sind, aber immer noch vorhanden) und ein Ungleichgewicht zwischen dem mächtigen Schalt- und dem überleichten Bremspedal, zumindest, bis man härter zu bremsen beginnt und den natürlichen Verlauf des Bremssattels findet.

Ist es ein auf dem Reißbrett entworfenes amerikanisches Dickschiff ohne Kurvengefühl?

Oh, abwarten. Dieser Mustang besitzt eine völlig neue Federung. Sein Kurvenverhalten ist äußerst unterhaltsam, mit progressiven Reaktionen und einer großen Wahl an Winkeln von nett und ordentlich bis hin zu qualmig und aggressiv.

Bei hoher Geschwindigkeit ist die Lenkung ein kleines bisschen nervös und in engen Kurven zeigt sich eine gummiartige Schmierigkeit im Hinblick auf die Reaktionen, aber wenn man damit erst einmal zurechtkommt, ist sie sehr leistungsfähig. Die Federung ist bei Geschwindigkeit etwas weich – wobei das Gewicht hier nicht hilft – aber damit kommt man mit jeder Art von kaputten Straßen gut zurecht.

Fett, also?

Ihr wollt also bei euren Vorurteilen bleiben, oder? Dieses Mal könntet ihr jedoch Recht haben. Er fühlt sich groß an, jedoch nicht größer als einige der größeren europäischen Coupés. Und das trägt dazu bei, ihn zu einem nützlichen Alltagskandidaten zu machen, auch dank seines anständigen Kofferraums und der kinderfähigen Rücksitze.

Spritfresser?

Ja, ja, ein anderes Vorurteil, das sich bestätigt. Dieser V8-Mustang wird mit 13,5 l/100 km und 299 g/km CO2 angegeben. Was sich aber mental mit dem niedrigen Preis des Fahrzeugs verrechnen ließe.

Und es ist so, dass man diesen Verbrauch ja im Alltag verbessern könnte. Abgespeckte Euro-Motoren mit Turbos erreichen selten die Nähe der offiziellen Zahlen. Ein Ärgernis ist eher der pathetische 61-Liter-Tank, sodass die Reichweite bei rechnerischen 450 Kilometer liegt.

Sei’s drum, wenn man dieses Fahrzeug als Firmenwagen haben möchte, gibt es ja immer noch den 2,3-Liter-Vierzylinder in der Ecoboost-Version mit 179 g/km CO2 und einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,8 Sekunden.

Will ich ihn immer noch?

Wenn ihr schon immer mit einem Mustang geliebäugelt habt, dann ist dies der, den ihr kaufen könnt, ohne dass eure Tuningkumpel über euch lachen. Er zeigt sich im Rahmen jeder unbarmherzigen Analyse perfekt leistungsfähig und zaubert dabei immer noch das Muscle-Car-Grinsen in euer Gesicht.

Ich vermute, dass er auf einer Nebenstraße nicht sehen wird, in welche Richtung der neue Focus RS gefahren ist, aber Fords Performance-Abteilung ermöglicht euch aktuell eine große Bandbreite an Optionen, und allein dafür kann man schon dankbar sein ...

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