Kann auch die sechste Generation eines Bestsellers noch Schwächen haben?

  • aud_a4_kb_test_15_01
  • aud_a4_kb_test_15_02
  • aud_a4_kb_test_15_03
  • aud_a4_kb_test_15_04
  • aud_a4_kb_test_15_05
  • aud_a4_kb_test_15_06
  • aud_a4_kb_test_15_07
  • aud_a4_kb_test_15_08
  • aud_a4_kb_test_15_09
  • aud_a4_kb_test_15_10
  • aud_a4_kb_test_15_11
  • aud_a4_kb_test_15_12
  • aud_a4_kb_test_15_13
  • aud_a4_kb_test_15_14
  • aud_a4_kb_test_15_15
  • aud_a4_kb_test_15_16
  • aud_a4_kb_test_15_17
  • aud_a4_kb_test_15_18
  • aud_a4_kb_test_15_19
  • aud_a4_kb_test_15_20
  • aud_a4_kb_test_15_21
  • aud_a4_kb_test_15_22

Ist das nun die ultimative Autobahn-Kampfmaschine?

Sicher eine der besseren. Motoren wie der 2.0 TFSI oder der 2.0 TDI sorgen für massig Drehmoment und Dampf – vom 3.0 TDI gar nicht zu reden. Vor allem aber ist der Wagen unglaublich leise, selbst wenn man (mit einem Benziner) auf über 5000 Touren dreht. Dazu das gute Komfortfahrwerk mit geregelten Dämpfern ...

Moment mal, ist das jetzt komfortabel oder einstellbar?

Beides. Beim neuen A4 gibt es nicht nur ein geregeltes Fahrwerk, sondern zwei, ein komfortables und ein sportliches. Das komfortable liegt zehn Millimeter tiefer als das Serienfahrwerk, das sportliche 23 Millimeter. Bei beiden könnt ihr dann trotzdem noch zwischen dynamischer und komfortabler Abstimmung wählen.

Etwas verwirrend ist das schon. Aber wie fährt sich das Ding?

Mit dem geregelten Komfortfahrwerk im Dynamic-Modus definitiv straffer als eine C-Klasse mit Luftfahrwerk. Was ein Lob ist, denn der Komfort kommt trotzdem nicht zu kurz. Mit Fahrspaß hat der Audi allerdings nichts zu tun, dafür ist der A4 einfach nicht gemacht. Sondern um möglichst schnell sowie ermüdungs-, wank- und erschütterungsfrei zum nächsten Kundentermin zu kommen. Führende Ärzte empfehlen solche Autos zur Blutdrucksenkung. Ein bisschen Langeweile erzeugt so ein Wagen aber auch. Kauft euch ruhig einen Mittelklassekombi dieser Art, aber behaltet Geld übrig für einen Mazda MX-5 oder so.

Sicher sitzen im A4 wieder jede Menge Assistenten mit im Auto ...

Wenn ihr nicht gern allein fahrt, könnt ihr sie dutzendweise ordern. Es sind aber auch nicht mehr als im Q7. Schlagt mich, aber ich finde den „prädikativen Effizienzassistenten“ faszinierend. Hübscher Kosenamen, gell? Also, ihr schaltet den Abstandstempomaten an. Dann fährt das Auto zum Beispiel auf der Landstraße konstant 100, und wenn euer Vordermann auf 80 runterbremst, tut euer Auto das auch – das kennt ihr. Der Witz an diesem Assistenten ist aber, dass er auch die Informationen aus dem Navi einbezieht. Vor Kreisverkehren oder scharfen Kurven bremst er euch automatisch runter und bringt euch danach wieder auf Trab. Und die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung sorgt dafür, dass ihr bei einem Tempo-60-Schild automatisch langsamer werdet. Praktisch. Es sei denn, ihr braucht ein Passbild. Aber dann gebt ihr einfach Gas, und schon ...

Funktioniert das denn?

In den meisten Fällen ja. Aber wenn eine Kurve in den Navigationskarten nicht verzeichnet ist, fahrt ihr automatisch zu schnell rein. Für Technofreaks ist das Ding trotzdem spannend. Ein schöner Anlauf zum autonomen Fahren.

Und innen?

Dass das Cockpit so fein aussieht wie das Wohnzimmer von Rupert Stadler, versteht sich von selbst. Das Virtual Cockpit mit seiner brillanten Anzeige sieht auch in diesem Auto wieder toll aus. Die meterlange „Breitbanddüse“ würden wir allerdings gern gegen die geilen runden Dinger (Düsen, nicht was ihr schon wieder meint!) aus dem A3 tauschen, die rasten so schön ein, wenn man dran dreht ...

Ich meinte eigentlich was anderes. Einen Kombi kauft man doch, um, naja ...

Doch hoffentlich nicht für Torf oder die Fahrt zum Wertstoffhof? Dafür ist der A4 Avant eigentlich zu fein. Wobei ... ihr könnt den Kofferraumboden umdrehen, und schon habt ihr eine weniger empfindliche Oberfläche. Empfiehlt sich auch, wenn euer Hund manchmal kotzt, weil ihr wieder mal zu stürmisch unterwegs seid. Wenn ihr die Sitze umlegen wollt, könnt ihr das vom Heck aus per Klappe tun. Aber dann müsst ihr euch doch wieder halb ins Auto legen, um den Lehnen einen Stups zu geben – beim C-Klasse T-Modell fallen sie automatisch nach vorn. Außerdem passt deutlich weniger in den Audi-Kofferraum als beim VW Passat Variant oder Skoda Superb Combi.

Lohnt sich der A4 Avant denn dann im Vergleich zu den billigeren Konzernautos?

Das hängt sehr davon ab, ob ihr a) markenfixiert seid, also ob es auf jeden Fall Nutella, Tempo und Persil sein muss, und b) ob ihr auf Technik steht. Beim Skoda gibt es natürlich keine Matrix-LED-Scheinwerfer und keinen „prädikativen Effizienzassistenten“. Dafür ist zum Beispiel ein Superb Combi mit 190-PS-Diesel schlappe 7000 Euro billiger. Was euch Spielraum verschafft für a) mehr Markenprodukte oder b) teures Spielzeug von Apple oder Tagheuer.

Autor: Stefan Leichsenring

Daten: 1968 ccm, 4-Zylinder-Turbodiesel, Frontmotor, Frontantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 190 PS, 400 Nm, 4,0 l/100 km, 104 g/km CO2, 0-100 km/h in 7,9 s, 210 km/h Spitze, 505-1510 Liter Kofferraum, 1605 kg, 42.250 Euro

 

Top News

Folgt uns:

Zum Seitenanfang