Unser Kampfhubschrauber hat mehr Leistung als der P1, die Z06 und der MX-5 zusammen. Und die haben nicht einmal Raketen ...

Unterwegs im 1825-PS-Kampfhubschrauber von Red Bull

Der teuerste Speed-Week-Teilnehmer kostet neu rund zehn Millionen Euro, wofür man sich alle 19 Autos hier in die Garage stellen könnte, zweimal.

Aber alles hat eben seinen Preis. Das Ding hat sich noch nicht einmal bewegt und wir stehen wie Schuljungen mit offenem Mund drumherum und fotografieren mit unseren Handykameras alle das Gleiche. Selbst Bruno Senna kommt angeflitzt und grinst wie ein Blödmann von Ohr zu Ohr, während er immer mehr Details für seinen Instagram-Account ablichtet. Raketenknöpfe! Die Steuerung für den Schützen! Rauchbomben!

Der Bell Cobra TAH-1F ist unglaublich schmal, aber beeindruckend lang, aus jedem Blickwinkel betörend. Obwohl der Heli trotz der Red-Bull-Lackierung sein bedrohliches Potenzial nicht verbergen kann, ist er nun nicht mehr Waffe, sondern Unterhaltungskünstler aus der „Flying Bulls“-Fliegerstaffel, die 19 Hubschrauber und Flugzeuge umfasst.

Während die kleineren Hubschrauber für die Stunts da sind (wie zum Beispiel der Salto rückwärts von Pilot Siegfried „Blacky“ Schwarz direkt ins Rekordbuch der Helikopter-Kunststücke), geht es beim Cobra zunächst um Sound und Speed – eindrucksvoll ist vor allem die Spitze von 350 km/h, die der Bell schon zehn Zentimeter über dem Boden fliegen kann.






Unterwegs im 1825-PS-Kampfhubschrauber von Red Bull

Der Cobra war der erste Kampfhubschrauber, bei dem der Pilot hinter und über dem Schützen saß. Er wurde Ende der 60er-Jahre in Betrieb genommen und verdiente sich seine Lorbeeren in Vietnam, lieferte Luftunterstützung für Bodenoperationen und war Partner des Beobachtungshubschraubers Scout, wobei dem Bell die tödliche Hälfte des Duos zufiel. Pazifisten könnten eher die jüngeren Einsätze des Cobra als Feuerlöschhubschrauber erfreuen.


Unterwegs im 1825-PS-Kampfhubschrauber von Red Bull

Heute fällt ihm die weit weniger gefährliche Aufgabe zu, unseren Fotografen und seine Kamera zu transportieren und immer wieder nur wenige Meter über den 19 fahrenden Autos zu schweben. Oh, und ein Rennen gegen den McLaren musste er absolvieren, was er nur um Haaresbreite verlor, wofür er aber die Herzen der Zuschauer gewann.


Unterwegs im 1825-PS-Kampfhubschrauber von Red Bull

Alles keine schwere Aufgabe für Blacky, der heute die Welt bereist, um verrückte Dinge mit seinem Helikopter vorzuführen. Ein beachtlicher Karrieresprung für einen, der seine Hubschrauberlizenz bei der Armee gemacht und sich anschließend 21 Jahre der Bergrettung verschrieben hat. „Ja, ich habe einen tollen Job“, sagt er in unnachahmlicher Untertreibung. Ich habe mich jetzt mit ihm vier Minuten unterhalten, was ich als ausreichend ansehe, um endlich die Frage zu stellen: „Darf ich mal? Bitte?“

Und schon sitze ich auf dem Schützensitz, verwende instinktiv das international anerkannte Zeichen des gereckten Zeigefingers als Signal zum Abheben.


Unterwegs im 1825-PS-Kampfhubschrauber von Red Bull

Nachdem er die Fähigkeit des Bell zu Sturzflügen von beinahe 90 Grad unter Beweis gestellt hat, nimmt mich Blacky auf eine schnelle Runde dicht über der Strecke mit. Verdammt, ist das schnell. Das Überraschendste? Die völlige Abwesenheit des komischen Gefühls im Bauch, es ist mehr Ballett als Achterbahn. Und Blacky hat recht, es geht nur um Krach und Tempo, und alle sind ihm verfallen. Zehn Millionen? Jeden Cent wert.


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