Der DB9-Nachfolger ist auf dem Weg. Hier sind die Autos, die davor kamen

Die schönsten Fahrzeuge der berühmten DB-Reihe

Die Geschichte von Aston Martin ist ein Crash-Bäng-Bumm-Epos, mit genug Stoff für einen eigenen 007-Film. Mit dem berühmten britischen Geheimagenten ist die Marke aus Gaydon unauflösbar verflochten. Spannende Dramen, tödliche Gefahren und heroische Schnörkel: Seit 1913 hat Aston Martin schon eine Menge durchgemacht.

Zum Beispiel im Jahr 1922, als der Prototyp „Bunny” beim französischen Grand Prix debütierte und in Brooklands mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 76 Meilen pro Stunde (122 km/h) nicht weniger als zehn Weltrekorde brach. Nur drei Jahre später stand die Firma knapp vor dem Bankrott. Doch sie wurde gerettet, in Aston Martin Motors umbenannt und zog nach Feltham um. Ein Jahr verließ der Mitgründer Lionel Martin die Firma.

Erfolge in Le Mans gab es auch, aber erst nachdem die Firma schon 1932 ein weiteres Mal gerettet werden musste. Doch 1947 brach die David-Brown-Ära an: Seither zieren die Initialen des Herrn die Aston-Martin-Fahrzeuge.

Natürlich ging es weiter mit dem üblichen Auf und Ab, aber heute scheint AM wie neu geboren: neuer Chef (Andy Palmer), neue Chassis-Architektur, Verträge mit Mercedes (Motoren und Elektrozeug), ein früherer Lotus-Handlingexperte als Verantwortlicher für die Fahrdynamik und eine ganze Latte neuer Modelle für die nahe Zukunft.

Eines davon ist der Nachfolger des bewährten – aber jetzt schon ziemlich alten – DB9. Nach einer Fahrt mit dem DB9 GT, und bevor 2016 der oft „DB11“ genannte Nachfolger startet, dachten wir: Es ist Zeit für einen Streifzug durch die Geschichte der DB-Modelle.

Was bedeutet: Wir werfen einen Blick auf die berühmtesten Aston-Martin-Modelle der Geschichte. Wie wärs, wollt ihr euch einen Favoriten heraussuchen?










„DB1“

Das hier ist der „Two-Litre Sports”, der erste Wagen, der gebaut wurde, nachdem Brown 1947 die Firma für etwas mehr als 20.000 Pfund gekauft hatte. Rückblickend in DB1 umgetauft, startete der Two Litre im Jahr 1948. Aston baute nur 15 Stück von dem 150 km/h schnellen Roadster mit 91 PS, bevor zwei Jahre später der DB2 eingeführt wurde. Er mag wenig bis keine Ähnlichkeit mit heutigen Aston Martins haben, aber dies ist der Anfang von allem.

Bild: Aston Martin Heritage Trust


DB2

Das Kürzel DB taucht zum ersten Mal offiziell auf. Brown kaufte Lagonda wegen seines Sechszylinders, der unter dem wachsamen Auge von W. O. Bentley entwickelt worden war. Nachdem der Vierzylinders aus dem DB1 gegen den Sechszylinder ausgetauscht wurde, schnitt der DB2 im Jahr 1949 in Le Mans recht gut ab. Er war eines der ganz wenigen britischen Autos, die damals schon 100 Meilen pro Stunde (161 km/h) erreichten.

Der 2/4 basierte größtenteils auf dem DB2 und startete 1953. Wie der DB2 Vantage besaß er 127 PS und schaffte den Sprint von null auf 100 km/h in, hm, elf Sekunden. Naja, das waren eben die 50er-Jahre, klar? Außerdem konnte er fast 200 km/h schnell fahren, was eine Meisterleistung ist, wenn man bedenkt, dass er hinten eine Starrachse und Trommelbremsen hatte. Ein echter „Gentleman-Express”.


DB2/4 Mark III

Auch als DB Mark III bekannt (aber um ehrlich zu sein, meist sagt man DB3). Die ultimative Version des DB2 behielt den Reihen-Sechser, auch wenn er stark überarbeitet wurde. Mit dem optionalen verbesserten Auspuff hatte er 180 PS, was zu dieser Zeit reichlich war. Von null bis 100 km/h vergingen neun Sekunden oder so. Man konnte eine Automatik kriegen, wenn man wollte, und bei den ersten 100 Autos gab es Scheibenbremsen (zumindest vorne) als Extra, danach waren sie Serie. Es ging also voran.

Und dann ist da der Grill, der bis heute das Kennzeichen der Aston-Martin-Modelle geblieben ist …

Einen richtigen DB3 gab es übrigens auch. Er war ein Rennwagen, der etliche Teile vom DB2 Vantage übernahm.




DB4

Die Arbeit am DB4 begann 1956, und das fertige Auto wurde 1958 bei der London Motor Show gezeigt. Im Vergleich zum DB Mark III, den er ersetzte, war er ein brandneues Auto, mit Aluminium-Paneelen, die an einem Rohrrahmen befestigt waren.

Dann gab es einen 3,7-Liter-Reichensechser, der für 243 PS, 325 Newtonmeter Drehmoment und eine Sprintzeit von 9,0 Sekunden gut war. Topspeed? 225 km/h. Eine Cabrioversion startete 1961, und ein DB4 GT, eine großartige Zagato-Variante sowie zahlreiche andere Modellversionen kamen hinzu.

Wichtiger jedoch war: Der DB4 machte die Welt bereit für den wohl berühmtesten Aston Martin aller Zeiten …




DB5

Was der DB Mark III und der DB4 begannen, vollendete der DB5. Die Basis war etwa die gleiche wie beim DB4, ausgenommen die neuen Scheibenbremsen, elektrische Fensterheber, hydraulische Bremskraftverstärkung und ein Sprung in Sachen Hubraum sowie Power.

So hatte der bewährte Sechstopf-Motor nun einen 4,0-Liter-Brennraum, brachte 286 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment. Er bekam auch ein Fünfgang-Getriebe von ZF, und schaffte den Normsprint in 7,1 Sekunden.

Aber diese technischen Fortschritte waren nichts gegen den Ikonenstatus, den der DB5 bald erreichte. Sean Connery fur als 007 in „Goldfinger” in einem DB5 vor, und damit entstand eine Verbindung, die sich in bisher nicht gekannter Weise weltweit in die Psyche einbrannte, und die bis heute erhalten blieb. Unglaublich, oder?




DB6

Größtenteils wie der DB4 und der DB5, aber mit einem wichtigen Unterschied: das neue Heck oder besser gesagt die hinteren drei Viertel des Autos. Die Dachlinie war nun höher, der Radstand länger (was mehr Innenraum bedeutete) und er bekam neue Stoßfänger vorn und hinten.

Ansonsten hatte er den gleichen 4,0-Liter-Sechser und dieselben 286 PS, obwohl Aston Martin eine Sprintzeit von 6,1 Sekunden nannte – eine ganze Sekunde schneller als der DB5. Zu den bekanntesten Haltern gehörten Prinz Charles, Paul McCartney (siehe Bild), Mick Jagger, Twiggy und Peter Sellers. Jepp, das waren die 60er-Jahre.


DBS Mark I

Der DBS ließ den klassischen Aston-Martin-Look hinter sich, der seit dem DB Mark III eingerissen war und der mit dem DB6 ausstarb (der übrigens ein paar Jahre lang neben dem DBS verkauft wurde). Doch er hatte den gleichen Motor – der 4,0-Liter-Sechser mit 330 PS, wenn man das Vantage-Paket bestellte. Bekannt durch seine Rolle in „Die Zwei” und „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, verwandelte sich der DBS später in den brutalen Aston Martin V8 …


DB7

Nicht gerade der technisch fortschrittlichste Aston Martin – er basierte auf dem alten Jaguar XJS. Aber gute Güte, sah der gut aus.

Gestaltet von Ian Callum, hatte er ursprünglich einen aufgeladenen Reihensechszylinder und 359 PS, der sich in einen mächtigen V12 verwandelte, als der DB7 im Jahr 1999 zum DB7 Vantage wurde. Er hatte seine Probleme, klar, aber als Designikone ist er unvergleichlich.


DB9

Warum kein DB8? Aston Martin ließ ihn aus, weil man dachte, wenn man eine Acht im Namen wäre, würden die Leute glauben, dass er nur acht Zylinder hätte, und nicht den fantastischen V12, den der Wagen vom Vanquish stibitzt hatte.

Dies war das Auto, das am Anfang von Aston Martins Renaissance stand, und der erste Aston auf Basis der VH-Plattform, die Aston (wie den V12) noch heute verwendet. Vielen von euch wird das herzlich egal sein, denn der DB9 ist auch eines der schönsten, klassischsten GT-Fahrzeuge. Schaut ihn euch nur an.


DBS Mark II

Die Verbindung zu James Bond wurde wieder stark, denn dieser DBS tauchte in einer Szene in „Casino Royale“ auf. Ihr wisst schon welche. Die Szene, bei der die Autofans vor Angst um das Auto weinten. Der Wagen wurde mithilfe eines Luftdruck-Stoßes zum mehrfachen Überschlag gebracht, was ihn geradewegs ins Guinness-Buch der Rekorde katapultierte.

Und was für ein Wagen war das! Eine härtere, kampfbetonte Version des DB9, mit einem 6,0-Liter-V12, 517 PS und einer Sprintzeit von 4,3 Sekunden. Mit jeder Menge Carbon, um gegenüber dem normalen DB9 Gewicht zu sparen, und all das in dieser wahrlich fantastischen Karosserie.


DB10

Bonds neues Auto. Ein V8 Vantage steckte unter all dem neuen Metall. Der DB10 wurde nur gebaut, um von 007 in „Spectre” benutzt und missbraucht zu werden, dem neuesten Bond-Streifen. Bitte, ihr Leute von Aston Martin, könnt ihr uns einen aufheben?


„DB11”

Die Enthüllung des DB9-Nachfolgers wird für 2016 erwartet – eventuell passiert es beim Genfer Autosalon. Mit neuer Plattform. Mit Handling-Wissen von einem ehemaligen Lotus-Mitarbeiter. Mit neuen Motoren. Und neuer Elektrik.

2016 darf kommen.


Und dann gabs noch die „DBR”-Rennwagen ...

… die bis zum DBR9 hinaufreichten, aber der wichtigste war wohl der erste: der DBR1.

Dies war das Auto, das 1959 von niemand anderem als Roy Salvadori und Carroll Shelby bei den 24 Stunden von Le Mans gefahren wurde. Mit der Hilfe des Ingenieurs Ted Cutting gewann das Team.

Ach, und ein Typ namens Sir Stirling Moss siegte ebenfalls im DBR1, und zwar 1958 bei der Goodwood Tourist Trophy. Der Wagen hatte einen 3,0-Liter-Reihensechser, ein Fünfgang-Getriebe und etwa 250 von Englands edelsten Pferden.

Und das alles in einer Verpackung, die auch heute noch gut aussieht.






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