Aerodynamik-Wunder, viertüriges Teleskop-Coupé und Ausblick auf die Zukunft. Wahrscheinlich aber schwierig zu parken

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Mercedes scheint aktuell großen Aerodynamik-Durst zu haben. Viele Benz-Modelle liegen bei der Windschlüpfigkeit im Fahrzeugklassenvergleich weit vorne. Der kleine CLA ist vielleicht nicht das schönste Auto, aber es ist mit einem cW-Wert von 0,22 der aerodynamischste Wagen in Serienproduktion.

Jetzt setzt die Marke mit dem Stern noch einen drauf und zeigt auf der IAA 2015 in Frankfurt (17. bis 27. September) die Studie „Concept IAA“. Sie lässt mit einem cW-Wert von gerade einmal 0,19 den CLA wie einen Ziegelstein aussehen.

„IAA“ heißt in diesem Fall nicht „Internationale Automobil-Ausstellung“, sondern steht für „Intelligent Aerodynamic Automobil“.

Das Show-Fahrzeug ist ein transformierendes Viertürer-Coupé von der Größe einer S-Klasse. Es wächst automatisch um 390 Millimeter, wenn ihr die 80-km/h-Marke überschreitet. Der vordere Stoßfänger verfügt über Platten, die sich 25 Millimeter in den Luftstrom strecken, während ein Spoiler 20 Millimeter aus dem Rücken ragt. Die Frontschürze zieht sich 60 Millimeter unters Auto und versiegelt so sogar die Räder. Denkt an einen Falken – oder an einen Düsenjäger – der im Sturzflug seine Flügel anlegt.

Die Scheinwerfer und die Endrohre des Abgassystems sind im McLaren-P1-Stil unter der Karosserie versteckt. Nichts darf die kostbaren Aerodynamik-Werte gefährden.

Aber warum so einen Aufwand betreiben – für ein bisschen Windschlüpfigkeit?! Nun ja, derzeit kostet es etwa eine Milliarde Euro, um den Emmisionswert eines Autos um ein Gramm pro Kilometer zu reduzieren. Da sollte es doch das Einfachste sein, eine möglichst aerodynamische Hülle zu schaffen, die ordentlich Sprit spart.

Darum ist das Concept IAA – wie ein Prius – einem Wassertropfen nachempfunden. Diese Silhouette ist die effizienteste Karosserieform. Klar, aktuelle Fahrzeuge besitzen bereits sich selbst schließende Kühlergrille, aerodynamisch optimierte Radhäuser und viele weitere sich der Geschwindigkeit anpassende Aero-Komponenten, aber diese Maßnahmen kommen nicht einmal ansatzweise an die des Concept IAA heran. Vielleicht sollten wir uns mit immer strenger werdenden Umweltauflagen so langsam an diese Fahrzeugform gewöhnen. Kein Problem finden wir, denn der Mercedes sieht wirklich Klasse aus.

Natürlich handelt es sich hierbei nur um eine Studie. Ihr könnt nicht einfach Nummernschilder an die Stoßstangen schrauben, im Innenraum Platz nehmen und das Modell den nächsten CLS nennen. Aber wir hoffen, dass viele Ideen aus dem Concept IAA in die Serienproduktion fließen werden.

Schaut euch beispielsweise den Innenraum einmal genauer an: Er ist nicht allzu wild und abgefahren durchgestylt, und man erkennt noch die Verwandtschaft zur aktuellen S-Klasse. Okay, ein paar mehr Touchscreens hier, ein bisschen blaues Licht dort, aber nichts völlig Abstraktes wie beispielsweise bei Peugeot.

Beim Antrieb das gleiche Spiel: Mercedes setzt auf ein Plug-in-Hybrid mit Benzinmotor. Das System kommt auf 279 PS. Sie soll für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h erreichen.

Im „Design-Fahrmodus“ soll der IAA 31 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und eine elektrische Reichweite von 62 Kilometer haben. Wechselt man in den „Aerodynamik-Modus“ sinkt der CO2-Ausstoß auf 28 Gramm pro Kilometer und die Reichweite erhöht sich auf 66 Kilometer.

Unbeeindruckt? Dann stellt euch einmal vor, in einem ausziehbaren Aal-Auto über die Autobahn zu donnern. Mercedes sollte einen Ableger davon bauen, den wir alle kaufen können, oder?

 

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