Autonomie-Level 5, elektrisch, riesig: So müssen Studien heute anscheinend auf dem Messeparkett landen ...

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In der jüngsten Audi-Zukunftsvision – zumindest in dieser hier – gibt es keine Fahrer, nur Passagiere. Man muss ja nur mal reinschauen in die IAA-Studie Aicon Concept. Im Innenraum dieser schneidigen Maschine gibt es nichts, womit ihr das Ding steuern könnt. Der Aicon zeigt uns Autonomie-Level 5. Das bedeutet, er nimmt euch alles ab. Die ganze Zeit.

Bis zu vier Personen können also alles mögliche erledigen, was nichts mit Autofahren zu tun hat. Fernsehen, den eigenen Instagram-Account beackern oder – für alle unverbesserlichen Workaholics – ein Business-Meeting abhalten. Der Innenraum ähnelt also eher der ersten Klasse einer Luxus-Airline. Zumindest solange ihr nicht aufs Klo müsst. Ein eigener Lokus ist nämlich in etwa das einzige, dass der Audi Aicon nicht bietet.

Mit 5,45 Meter Länge und 2,10 Meter Breite ist er dafür unwahrscheinlich riesig. Und sein Radstand toppt den des aktuellen Flaggschiffs A8 um fette 24 Zentimeter. Dazu passen auch die monströsen 26-Zoll-Räder. Schiere Größe also, die sich auch im Interieur bemerkbar macht. Die Sitze wirken eher wie Möbelstücke, Seitenhalt scheint nicht ihre ganz große Stärke zu sein. Dafür sind sie schwenk- und weitläufig verschiebbar. Gut für die Kommunikation und den Ein-/Ausstieg. Selberfahren ist im Aicon ja nicht mehr nötig, eine elektronische Fahrerassistenz (namens PIA; laut Audi sehr emphatisch) gibt es trotzdem. Sie erkennt euch am Smartphone und stellt gleich die persönlichen Einstellungen zur Verfügung. Bedienungs-Interfaces gibt es variabel positionierbar in den umlaufenden Türbrüstungen. Bedient wird per Berührung, Spracheingabe oder Blick-Erfassung. Dazu verfügt der Aicon über ein großes Hauptdisplay. Alternativ kann aber auch einfach die Frontscheibe – per virtuell eingespiegeltem Head-up-Display – als Bildschirm herhalten. Ihr mögt es lieber dunkel? Die gläsernen Aicon-Dachflächen lassen sich durch elektrische Spannung verdunkeln.

Weitere – nach heutigen Maßstäben eher befremdlich wirkende – Zukunfts-Features: Das Aicon Concept hat keine Scheinwerfer mehr. Stattdessen gibt es digitale Displayflächen auf denen man alles mögliche darstellen kann. Warnhinweise für Fußgänger oder den aktuellen eigenen Fahrmodus (horizontale Leuchtstreifen visualisieren Beschleunigen oder Bremsen) zum Beispiel. Seine Laser- und Radarsensoren sehen auch im Dunkeln genug. Steigt ihr nachts aus, leuchtet euch eine Mini-Drohne den Fußweg aus. Klingt irgendwie abgefahren. Und ein bisschen beängstigend ...

Bei aller Sci-Fi-Haftigkeit des Audi Aicon Concept – fahren muss der autonome Riesen-Knubbel ja auch noch irgendwie. Und das passiert mit gleich vier Elektromotoren, die jeweils ein Rad antreiben und es zusammen auf 350 PS und 550 Newtonmeter bringen. Ihr seht schon: Beschleunigung und möglichst viel Speed sind in einer komplett autonomen Fahrumgebung nicht wirklich priorisiert. Dafür soll der Aicon mit einer Ladung zwischen 700 und 800 Kilometer weit kommen. Wenn er leer ist, sucht er sich seine Ladestation natürlich selbst. Und dank seines Hochvolt-Systems mit 800 Volt soll er binnen 30 Minuten wieder zu 80 Prozent „vollgetankt“ sein.

Gebremst wird das Aicon Concept vornehmlich über Rekuperation. Elektrisch angetriebene Aktuatoren an allen vier Rädern sollen die Karosserieneigung verringern. Sie unterstützen als „vollaktives Federungssystem“ die adaptive Luftfederung bei ihrer Arbeit. Laut Audi „schwebt der Aicon auch über große Schlaglöcher förmlich hinweg“. Ein weiterer Bonus: Audis autonome Zukunfstvision hat zwei lenkbare Achsen und dadurch trotz XXL-Radstand einen Wndekreis von nur 8,50 Meter.

Natürlich ist das Aicon Concept nur ein Demonstrationsobjekt und weit weg von einer Serienfertigung. Aber es zeigt, wo die Reise mittel- bis langfristig hingeht.

Autor: Stefan Wagner

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