Wie ein Italo-Roadster mit japanischen Wurzeln den US-Markt zurückerobern möchte ...

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Habt ihr Lust auf eine kleine Geschichtsstunde? Nein? Dann habt ihr jetzt Pech, sorry: 1966 stellte Fiat den von Pininfarina gestylten 124 Sport Spider vor. 1968 startete der Verkauf in den USA, und obwohl der kleine Italiener gerade einmal mit 1 438 Kubikzentimeter Hubraum ausgestattet war (Amis mochten gerade zu dieser Zeit eher das vier- bis fünffache an Hubraum), baute Fiat den Roadster ab 1975 sogar nur noch für die USA.

Schluss war 1985 und von den rund 200.000 Exemplaren wurden fast 90 Prozent zwischen New York und San Francisco verkauft. Wir fragen euch also: Warum sollte Fiat nach fast 50 Jahre die Wiederauflage des 124 nicht in Los Angeles zeigen? Der Premierenort wurde also mit Bedacht gewählt, denn Fiat will in den USA wieder durchstarten.

Die technische Basis des neuen 124 Spider (jetzt ohne Sport) kommt von Mazda. Fakten auf den Tisch: Eigentlich ist er ein MX-5. Man legte im „Centro Stile“ in Turin also Hand an dem Japan-Roadster an und heraus kam eine etwas nasenbärige Frontpartie mit Zitaten des alten 124 Sport Spider. Auch die Rückleuchten entstanden mit Retro-Vorgaben. Das Ergebnis erinnert dann aber doch ein wenig an geschrumpfte Maserati-Hecklampen.

Wie beim MX-5 gibt es ein manuelles Stoffverdeck und Hinterradantrieb. Allerdings wird der 124er eher auf die komfortverwöhnte US-Kundschaft abgestimmt. Das heißt, es gibt eine bessere Geräuschdämmung und spezifische Extras wie adaptive Scheinwerfer und eine Rückfahrkamera. Nur mehr Cupholder verbaut man bei Fiat auch nicht … armes armes Amerika.

In Europa ist die Markteinführung im Sommer 2016 geplant. Unter der lang gestreckten Motorhaube sitzt dann ein 1,4-Liter-Turbovierzylinder von Fiat, der 140 PS leistet und bis zu 240 Newtonmeter Drehmoment entwickelt. Kombiniert wird der Turbobenziner mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung. Wir beten, dass es die vom Mazda sein wird.

Und dann gibt es doch noch ein Komfortfeature für die USA: Dort könnt ihr den 124 Spider nämlich auch mit Automatik ordern. Wir könnten gerne darauf verzichten, doch der Großteil der US-Bürger kommt beim Anblick von drei Pedalen im Fußraum schnell aus dem Konzept. 

Wir würden uns dagegen eine Abarth-Versionen wünschen. Und zwar eine mit mindestens 190 PS und 270 Newtonmeter.

 

Autor: Manuel Lehbrink

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