Ist der AMG GT bald nur noch ein Einstiegsmodell? Ein neues Topmodell wäre ein „glaubwürdiges Geschäftsszenario“, sagt der AMG-Boss

  • mer_amg

Plant Mercedes-AMG einen Mittelmotor-Rivalen für den McLaren 650S oder den Ferrari 488 GTB? Oder sind sogar der McLaren P1 oder der Ferrari LaFerrari in Gefahr? Die Idee klingt auf jeden Fall „glaubwürdig“, wenn wir auf AMG-Boss Tobias Moers vertrauen.

Wir haben AMG gefragt – die Firma ist jetzt vollständig in das Mercedes-Mutterschiff integriert –, ob man möglicherweise vorhabe, in die Welt der Mittelmotor-Sportwagen vorzudringen. Und Moers räumte ein, dass noch etwas Platz für ein kraftvolleres Modell über dem AMG GT S (im obigen Bild) sei.

„Es wird in Zukunft mehr Mitglieder der AMG-Familie geben. Ein Hypercar wäre da ein glaubwürdiges Geschäftsszenario“, erzählte er uns. „Aus der technischen und der baulichen Perspektive ließe sich etwas machen.“

AMG hat bisher immer nur an Autos mit Frontmotor gearbeitet und Moers gesteht, es wäre eine Herausforderung, mit diesem neuen Fahrzeug-Layout zu arbeiten. Aber das schnelle Wachstum von 120 Mitarbeitern im Jahr 1994 auf die heutige Belegschaft von fast 1400 Leuten sowie die Erfahrungen, die man bei der Entwicklung des GT sammeln konnte, qualifizieren das Team aus Affalterbach eigentlich für ein Mittelmotor-Sportwagen-Projekt.

„Es ist immer eine Aufgabe, in etwas einzusteigen, in dem man vorher nicht drin war“, erklärt Moers. „Vor einem Jahr wäre so eine Sache aufgrund des fehlenden Spezialwissens noch undenkbar gewesen, jetzt haben wir es.“

Moers räumte ein, dass auch der aktuelle Erfolg des Mercedes-AMG-Formel-1-Teams ein neues AMG-Topmodell mit Mittelmotor vorantreiben würde und dass seine Ingenieure bereits sehr eng mit dem Formel-1-Team zusammenarbeiten.

Wenn ein AMG-Hypercar jemals die Serienproduktion erreicht, dann wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Turbos aufgeladen. Auch Hybrid-Technik wäre denkbar. Moers führt fröhlich aus, dass die Elektrifizierung bei künftigen AMG-Modellen eine große Rolle spielen wird. Nur das Batteriegewicht und die Kosten der aktuellen Technologie machen die Systeme für Serienfahrzeuge noch unbrauchbar.

Doch der SLS AMG Electric Drive aus dem Jahr 2013 – eine 751 PS starke Galionsfigur der Marke – zeigte, so Moers, dass AMG die Vorteile von Batterie-Power schmecken. „Der SLS ED hat allen gezeigt, was mit Drehmomentverteilung möglich ist.“

Doch damit nicht genug: AMG-Modelle der Zukunft sollen auch mit dem neusten autonomen Technikschick von Mercedes bestückt werden. „Wenn Mercedes weiter in die Richtung des autonomen Fahrens geht, warum sollen wir nicht auch dorthin blicken?“, sagte Moers. „Wenn ihr wieder in einem Stau steckt, wo wäre dann das Problem damit?“

Aber selbstfahrende AMGs könnten aufregender werden und am Ende mehr können, als Passagiere sicher über verstopfte Autobahnen zu gondeln. Moers gibt den Hinweis, dass autonome AMGs ihren Besatzungen beispielsweise die Ideallinie auf Rennstrecken zeigen könnten … oder sogar quere Angelegenheiten übernehmen, während sich die Fahrer entspannt zurücklehnen und die Lorbeeren einheimsen.

„Ein autonom driftendes Auto?“, grinst Moers. „Klar. Das wäre leicht zu programmieren ...“

 

Autor: TopGear

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