Zuffenhausen spendiert dem Carrera und dem Carrera S ein moderates Facelift und eine Zwangsbeatmung

 

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Wenn ihr einer von diesen Porsche-911-Puristen seid, die auch an die Decke gegangen sind, als der Cayenne, der Panamera oder der Macan auf den Markt kamen, dann solltet ihr jetzt besser wegschauen. Denn hier seht ihr den erneuerten 911 Carrera und Carrera S – komplett mit einem völlig neuen 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxer, wo einst 3,4- und 3,8-Liter-Maschinen heimisch waren. Und, ja, an das neue Kraftpaket sind auch noch zwei Turbos geschnürt worden.

Bevor ihr jetzt anfangt an der gesamten Zukunft der Menschheit zu zweifeln, lasst uns mal ein paar Dinge klarstellen: Porsche ist die Firma, die im Jahr 1974 als erste ein turboaufgeladenes Straßenauto einführte – den „930“ alias 911 Turbo.

Der neue Motor selbst ist Teil der neuen 500-Kubikzentimeter-pro-Zylinder-Familie, die auch einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Turboboxer für den Boxster und den Cayman beinhalten wird. Der zwangsbeatmete Sechsender produziert 370 PS und 450 Newtonmeter im Carrera und angeschwollene 420 PS und 500 Newtonmeter im S. Der S holt die dickeren Werte durch größere Verdichter am Turbolader, eine geänderte Abgasanlage (mit Klappensteuerung) sowie eine Erhöhung des Ladedrucks von 0,9 auf 1,1 bar.

In beiden Fällen sorgt der Leistungsanstieg für verbesserte Beschleunigungswerte: 4,2 Sekunden braucht jetzt der Carrera, 3,9 Sekunden der Carrera S, um den dreistelligen Tachobereich zu erreichen – wenn die PDK-Box und das Sport-Chrono-Paket mit an Bord sind. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 295 und 308 km/h.

Die Verbrauchswerte – deshalb müssen wir uns ja mit diesem ganzen Downsizing-Gelump befassen – haben sich modellübergreifend um rund zwölf Prozent verbessert. Der Carrera mit PDK soll sich laut Porsche mit nur 7,4 Liter auf 100 Kilometer begnügen. Wenn ihr diesen Wert jemals erreichen solltet, dann fressen wir unsere Lederhosen. Aber in Zuffenhausen muss man den Gesetzgeber ja irgendwie zufriedenstellen.

Die optischen Unterschiede zum Vorgänger herauszuarbeiten, könnte sich als schwierig herausstellen. Da wären zum einen die Vierpunkt-LED-Scheinwerfer, eine neu gestaltete Motorhaube mit vertikalen Schlitzen und zwei zentral gelegene Endrohre, wenn ihr den optionalen Sportauspuff wählt. Alternativ könnt ihr auch einen Blick ins Innere werfen. Dort werdet ihr endlich eine neue Infotainment-Generation entdecken. Der Bildschirm misst sieben Zoll und er ist mit all der Rechenleistung und Smartphone-Konnektivität versehen worden, die die VW AG so auf Lager hat.

Die Änderung, die uns am meisten interessiert, befindet sich dagegen am Lenkrad: Drückt den zusätzlichen und neuen "Performance-Knopf" in der Mitte des Ringschalters und für 20 Sekunden gibt euch der Elfer alles, was er hat. Das Ganze ist für geschmeidigere Überholvorgänge gedacht. So einen Fast-and-Furious-Humor haben wir den Zuffenhausenern gar nicht zugetraut.

Darüber hinaus wurde die Spreizung des adaptiven Fahrwerks erhöht, damit ihr euch im Alltag und bei Rennstrecken-Tagen jeweils noch besser fühlen könnt. Außerdem lenkt beim S auf Wunsch die Hinterachse mit. Das Feature verkleinert den Wendekreis um 0,5 Meter und erhöht die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

Und jetzt die schlechten Nachrichten: Ihr müsst etwa 6.000 Euro mehr berappen, wenn ihr einen gelifteten 911er haben möchtet. Ein neuer Carrera kostet mindestens 96.605 Euro, der 911 Carrera S liegt bei 110.766 Euro. Die Cabrios sind jeweils knapp 13.000 Euro teurer. Und anschließend könnt ihr euch immer noch an der wunderbar langen Aufpreisliste vergehen.

 

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