Wir lassen unseren inneren Marty McFly raus und probieren den Ritt auf einem ECHTEN Hoverboard

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Ein echtes Hoverboard also?
So ist es. Wie in Teil 2 von „Zurück in die Zukunft“ vorhergesagt, ist 2015 das Jahr, in dem das schwebende Skateboard Wirklichkeit wird. Viele haben schon versucht, diesen Teenager-Traum zur wissenschaftlichen Realität werden zu lassen. Aber es benötigte fast 30 Jahre, damit jemand eine funktionstüchtige Version hinbekommt. Der Dank dafür gebührt Lexus und einem Team von Deutschen mit einem beinahe fachidiotischem Wissen über Magnetschwebetechnik. Durch dieses magische Zeug rasen die japanischen Maglev-Züge (und der Transrapid) bis zu 600 km/h schnell.

Das ist doch ein Fake!
Vergesst eure Verschwörungstheorien – das Ganze gibt es tatsächlich und kann mit einer kurzen Lektion in Quantenmechanik erklärt werden. Stifte gespitzt? Dann geht es jetzt los.
Wenn man bestimmte Materialien auf extrem niedrige Temperaturen herunterkühlt (in diesem Fall minus 197 Grad Celsius), werden sie zu „Supraleitern“. Positioniert man sie während des Kühlvorgangs neben einem Magneten, verdrängen sie das Magnetfeld und behalten dann ihre relative Position zum Magneten.
 
Anders ausgedrückt, merkt sich der Supraleiter eine vorgegebene Lücke und kann dort – solange es kalt bleibt – für immer frei schweben. Bei den Magnetschwebebahnen braucht man dafür Elektromagnete zum Anheben und Beschleunigen, aber ihr wisst nun, worum es geht.
 
Also ist das Hoverboard ein Supraleiter?
Ja. innen besteht es aus Keramikmaterial, welches durch flüssiges Stickstoff heruntergekühlt wird. Das Board schwebt zwei Zentimeter über einer im Boden angebrachten Magnetstrecke. Der Dampf, der auf den Fotos aus den Seiten kommt, ist Wasserdampf, weil sich der Supraleiter im Sonnenschein aufheizt. Das erklärt auch, a) warum jemand die Bambusoberfläche mit einem Tuch abwischt und b) die glänzenden Tanks mit „Nitrogeno Liquido“ neben dem spanischen Skate-Park.
 
Und wie fährt es sich?
Ich habe es versucht, aber sogar Ross McGouran, der Profi-Skater, den man für die Videoaufnahmen geholt hat, spricht von einer Herausforderung. Eigentlich sollte er Demonstrationsfahrten machen, aber er fiel vorher vom Hoverboard und brach sich den Knöchel. Deshalb humpelte er durch die Gegend, versicherte jedem, es gehe ihm gut und bot sich als Schulter zum Anlehnen an.
 
Uns erklärte er, dass das ganze Board um einen magnetischen Schwerpunkt taumelt, der einen Zentimeter breit längs durch die Mitte geht. Anstatt also eine coole Surferpose einzunehmen, solltet ihr euch lieber vorstellen, wie ihr auf einem Drahtseil balanciert, aber mit euren Zehen in Längsrichtung auf dem Board.
 
Das klingt spannend ...
Ihr dürft nur mikroskopische Bewegungen machen und braucht eine starke Rumpfmuskulatur, um gleichmäßig aufrecht zu stehen. Wenn ihr euer Gewicht nur leicht auf eine Seite der gedanklichen Mittellinie verlagert, eiert das Board herum. Unglücklicherweise habe ich die Rumpfmuskulatur eines Schokopuddings und das Board fing an zu zittern, als ich es betrat.

Als Ross meine Hände nahm (der alte Romantiker!) und ich meine Balance gefunden hatte, stand ich trotzdem erst einmal nutzlos auf dem Board herum. Also lehnte ich mich etwas nach vorne und hoffte so, das Teil in Schwung zu bekommen. Aber nichts passierte, es blieb wie ein störrischer Esel.
 
Versuch es mit mehr Elan!
Ich habe versucht, Tempo aufzunehmen und kann euch verraten, wie sich das anfühlte, bevor Ross neben mir herlief und mir den Weg zeigte. Ich machte Fortschritte und genoss ein kurzes, reibungsloses Schweben, ehe meine Knöchel schmerzten und meine Schienbeine zu brennen anfingen. Mit ein wenig mehr Übung würde ich wie Marty McFly herumdüsen und einen Ritt auf dem fliegenden Teppich der Zukunft genießen.
 
Also funktioniert es!
Seht euch das Video an, das entstand, bevor sich Ross verletzte. Er folgt mit ordentlicher Geschwindigkeit den unter der Strecke angebrachten Magneten. Am schwierigsten fand er den Sprung von einer Rampe zur anderen: Durch die Unterbrechung auf der Strecke musste er das Kraftfeld verlassen, um dann wieder auf dem Magnetstreifen zu landen.
 
Sofern er aber für die perfekte Balance sorgen würde, könnte er Runde um Runde ziehen, ohne eine nennenswerten Widerstand zu fühlen. Im äußersten Fall könnte die Fahrt durch den Luftwiderstand verlangsamt werden, aber wir reden hier über einen minimalen Bremseffekt. Um das zu demonstrieren, geben die Wissenschaftler dem Brett einen leichten Stoß und schon geht es in konstanter Bewegung weiter.

Und wozu das Ganze?
Die Marke Lexus will mit dem Ganzen ihre Firmenphilosophie demonstrieren, nämlich „das Unmögliche möglich machen“. Das Video dazu wird auf der ganzen Welt verbreitet und coole Kids denken, das die ganze Chose total super ist. Werden wir von der Technik irgendetwas wichtiges in Autohäusern wiedersehen? Natürlich nicht. Sie haben nur ein verdammtes Hoverboard gebaut.
 
Zugegeben, so ein mit flüssigem Stickstoff gekühlter Supraleiter, der sich ausschließlich auf bestimmten magnetischen Strecken bewegt, ist nicht die praktikabelste Transportlösung. Aber die Technologie hat für andere Zwecke durchaus Potenzial. Man könnte zum Beispiel damit radioaktives Material bewegen und untersuchen, ohne es anzufassen. Oder man könnte damit Dinge auf einem Fließband bewegen, ohne elektrische Energie zu benötigen. Das könnte den Fabriken Unmengen an Stromrechnungen sparen.
 
Ob diese Fabriken dann schicke japanische Autos mit Manga-Gesichtern produzieren, wird man sehen müssen. 

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