Ein Hypercar mit Formel-1-Technik. Für die Straße. Kein Wunder, dass sich Zetsche und Hamilton in den Armen liegen ...

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Es ist endlich da. Mercedes-Chef Dieter Zetsche hat das neue Mercedes-AMG Project One Hypercar enthüllt. Und ja, es ist genauso beeindruckend wie erwartet ...

Die Dinge, die euch vermutlich am meisten interessieren: 0-200 km/h in unter sechs Sekunden (der Bugatti Chiron ist mit 6,5 Sekunden angegeben), eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h, mehr als 1000 PS. Und bis zu 25 Kilometer rein elektrische Reichweite sind auch noch drin. Der Project One muss so ziemlich das komplizierteste Auto sein, das jemals ein Nummernschild erhalten wird.

Er ist nicht unbedingt eine natürliche Schönheit, eher ein sehr aerodynamisch geformter Entwurf. Dieser Benz umarmt die Straße. Die Karosse ist ein Kohlefaser-Monocoque. Wir sehen eine eher wütende, monströs lufteinlassige Front, einen drastisch geformten Hintern mit ultrabreiten Rückleuchten und zweigeteiltem Heckflügel sowie eine gewaltige Dachhutze, die den 1.6-Liter-Hybrid-V6 mit Luft füttert.

Ja, diesen Motor findet ihr ganz ähnlich auch im Dienstwagen von Lewis Hamilton. Okay, mit 11.000 U/min (!) dreht er etwas weniger als der F1-Bolide, aber er muss ja auch „etwas“ länger halten und kriegt „nur“ Super Plus. Bei 50.000 Kilometer soll laut AMG die erste Revision erfolgen. Der V6 selbst hat einen Turboloch-minimierenden elektrischen Turbolader (MGU-H). Für zusätzlichen Hybrid-Boost ist der V6 mit einem an der Kurbelwelle befindlichen 160-PS-E-Motor (MGU-K) verbunden. Die Leistung, die an die Hinterräder fließt liegt bei „über“ 671 PS. Mercedes-AMG spricht von einer Gasannahme, die besser sein soll als bei einem V8-Sauger.

Damit ist aber noch lange nicht Schluss, denn die Schwaben gönnen auch jedem der beiden Vorderräder einen eigenen Elektromotor. Auch diese E-Motoren leisten 160 PS und drehen bis zu 50.000 Touren. Laut Zetsche können bis zu 80 Prozent der Bremsenergie rekuperiert und den Lithium-Ionen-Akkus zugeführt werden. Die Batterie selbst wiegt gut 100 Kilo und entspricht ebenfalls der des Mercedes-AMG-F1-Boliden. Allerdings wird sie für den „Alltagsbetrieb“ im Project One etwa viermal so groß sein. Das Hypercar arbeitet darüber hinaus mit einem 800-Volt-Antriebssystem. Derzeit üblich ist eine Spannung von 400 Volt.

Wie es sich für ein richtiges Hypercar gehört, ist das Produktionsvolumen des Mercedes-AMG Project One stark begrenzt: Es wird genau 275 Exemplare zu einem Preis von 2,275 Millionen Euro plus Steuern (also etwa 2,7 Millionen Euro) geben. Er dürfte aber wahrscheinlich schon ausverkauft sein. Trauersmilie.

Was das Chassis betrifft, darf man beim Mercedes-AMG Project One ebenfalls absolute Feinkost erwarten. Vorne wie hinten gibt es Mehrlenkerkonstruktionen, dazu kommt ein Gewindefahrwerk mit Pushrod-Dämpfern. Das neue, automatisierte Achtgang-Schaltgetriebe erfüllt wie der V6-Motor mittragende Funktion, was die Aufnahme der hinteren Radaufhängung betrifft. Ein neuentwickeltes Schmiederad mit Zentralverschluss und Carbon-Teilabdeckung kommt vorne in 10x19 Zoll und hinten in 12x20 Zoll zum Einsatz. Serienmäßig gibt es Michelin-Cup-2-Pneus in 285er- beziehungsweise 335er-Ausführung. Eine Carbon-Keramik-Bremse ist ebenfalls Standard.

Innen geht es im Project One überraschend nüchtern und funktionell zu. Wie beim Ford GT sind die Schalensitze (immerhin mit einstellbarer Rückenlehne) in das Monocoque integriert. Verstellt werden Lenkrad und Pedale. Es gibt ein Lenkrad, das stark nach Formel 1 aussieht, zwei Zehn-Zoll-Displays, eine Klimaanlage und kein Heckfenster. Dieser Malus wird durch eine auf dem Dach montierte Kamera ausgeglichen.

Das Mercedes-AMG-Projekt ist also alles, was wir erwartet haben: Ein Hightech-Vorstoß an den Grenzen der Straßenfahrzeugtechnik. Diese faszinierende Maschine bringt die Formel 1 buchstäblich auf die Straße.

Autor: Stefan Wagner

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