Die zehnte Generation des ewigen Honda-Kompakten steht vor der Tür. Sieht ziemlich crazy aus, hat aber feine Dinge an Bord 

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Sagt Hallo zum komplett neuen Honda Civic. Und er ist wirklich komplett neu. Sieht ziemlich … ähm … gewagt aus, oder? Keine Sorge, ihr habt noch ein wenig Zeit, euch an sein offensives Äußeres zu gewöhnen. Die Versionen mit Benziner kommen nicht vor Frühjahr 2017, die Diesel brauchen sogar bis Ende nächsten Jahres. Jap, Honda hat es schon wieder getan und quält uns mit Ankündigungen, Lichtjahre bevor das eigentliche Produkt endlich fertig ist.

Seis drum, Honda hat erkannt, dass der Civic gegenüber der aufstrebenden Konkurrenz aus Korea und den deutschen Premium-Angeboten ganz schön ins Hintertreffen geraten ist. Entsprechend gewaltig war das Commitment beim neuen Auto. Zur Hochzeit des Entwicklungszyklus hat Team Civic ein Drittel des gesamten Honda-Forschungs-und-Entwicklugs-Etats verbraten. Den Etat einer Firma, die gleichzeitig den neuen NSX, diverse Motorräder, einen Formel-1-Antrieb und viele weitere „normale“ Projekte aus dem Boden stampfte.

Der neue Civic ist erstmals seit Generationen wieder ein globales Auto. Bis auf Feintuning und kleine Ausstattungsunterschiede ist das hier bis zu den Hinterrädern keinen Deut anders als die Limousine für Asien und die USA. Verschiedene Varianten (die Staaten kriegen auch ein Coupé) werden in verschiedenen Werken auf der ganzen Welt gebaut. Der Hauptteil der Civic-Produktion passiert aber im britischen Swindon.

Kommen wir zum Aussehen. Die letzten Civics waren ja alle eher speziell. Das ändert sich auch bei Generation Zehn nicht. Die Nase höckrig, der Rücken bucklig, mit dem typischen „Rücklichtspoiler“, der die Heckscheibe teilt. Trotz der breiteren Spur und dem hier installierten optionalen Sport-Bodykit muss man schon Civic-Fan sein, um das hier wirklich schön zu finden. Immerhin dürfte auch die nächste Type-R-Generation wieder ein ziemlicher Wahnsinn (das darf man durchaus positiv sehen) für die Augen werden.

Verglichen mit den meisten Rivalen (und seinem Vorgänger) ist der neue Civic flacher als ein Schlangenbauch. Er streckt sich nun auf knapp 4,50 Meter. Damit ist er gut 25 Zentimeter länger als ein Golf. Zudem wird er etwas breiter, etwas leichter (16 Kilo) und kriegt einen niedrigeren Schwerpunkt.

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Die Civic-Plattform ist ebenfalls komplett neu. Und sie soll dank besseren Stählen und neuen Verbindungspunkten um ein Vielfaches steifer sein.

Neuzugänge gibt es auch unter der Motorhaube. Ein Einliter-Dreizylinder-Turbo leistet 129 PS und saftige 200 Newtonmeter, der neue 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo bringt es auf vielversprechende 182 PS und 240 Newtonmeter. Wenn der Diesel dann irgendwann auch mal ankommt, wird es sich um eine modifizierte Version des aktuellen Einssechers mit 120 PS handeln. Alle Aggregate verfügen serienmäßig über eine Sechsgang-Schaltung. Der Diesel kriegt optional eine Neungang-Automatik, die Benziner ein CVT-Getriebe mit sieben virtuellen Gängen.

Unter dem Civic arbeitet ein von Grund auf neues Fahrwerk. Hinten gibt es eine Mehrlenkerachse, vorne findet man raffinierte hydraulische Buchsen. Gegen Aufpreis wird es auch adaptive Dämpfer geben. Hier sieht man ganz gut die technischen Ambitionen des zehnten Civic.

Ebenfalls neu: ein deutlich schickeres und konnektiveres Infotainmentsystem. Die groben alten Grafiken sehen nun deutlich harmonischer aus, außerdem spiegeln Carplay und Auto nun eure Apple- und Android-Bildschirme aufs Display.

Ein äußerst netter Honda-Schachzug: Die neue Masse an Sicherheits- und Assistenzsystemen ist in jedem Civic (außer beim absoluten Basismodell) Serie. Unter anderem gibt es einen Kollisionswarner inklusive Bremsassistent, einen aktiven Spurhalteassistenten, einen adaptiven Tempomat, einen Ausparkassistenten, Verkehrszeichenerkennung und eine Rückfahrkamera.

Der komplette Innenraum hat einen ordentlichen Qualitätssprung gemacht. Die wirr in verschiedenen Höhen angeordneten Instrumente sind Vergangenheit und werden durch ein TFT-Display ersetzt. Das Aramturenbrett wirkt flacher und die Haube ist niedriger, was die Sicht deutlich verbessert.

Die Sitzposition ist nun spürbar niedriger. Das wirkt weit sportlicher als in den meisten anderen Kompakten. Der Tank sitzt nun nicht mehr unter den Vordersitzen, was bedeutet, dass das „magische“ Klappsystem der Rückbank nun nicht mehr vorhanden ist. Platz soll aber weiterhin in Hülle und Fülle gegeben sein. Selbst wenn die immense Praktikabilität des alten Autos nicht mehr ganz erreicht werden sollte, der neue Civic wirkt dann doch um einiges begehrenswerter.

Zu den Preisen äußert sich Honda derweil noch nicht, die Steigerung sollte aber marginal sein. In Anbetracht der Extra-Ausstattung sollte der Neue also ziemlich gut wegkommen. Marktstart in Deutschland ist im März 2017.

Autor: TopGear/Stefan Wagner

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