Bitte erhebt euch andächtig für den „Vision Mercedes-Maybach 6“

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Etwas südlich von San Francisco (in Pebble Beach) werden an diesem Wochenende viele Privatjets mit reichen Menschen an Bord landen, denn dort findet vom 18. bis 21. August der Concours d'Elegance 2016 statt.

Es macht also Sinn, dass Mercedes genau dort ein Konzept vorstellt, das einen Zukunftsblick auf die Luxusmarke Maybach gewährt.

Der Ausblick ist groß. Sehr groß sogar. Der Vision Mercedes-Maybach 6 ist 5,70 Meter lang und erinnert in seiner Form an die glamourösen Coupés der 1930er wie den Typ SSK oder den 540 K.

„Unser glamouröses Coupé inszeniert einen ultimativen modernen Luxus. Es ist hot und cool“, meint Gorden Wagener, Leiter Design der Daimler AG. „Es verkörpert mit intelligenter Schönheit und einem reduzierten, technoiden Auftritt perfekt unsere Designphilosophie der sinnlichen Klarheit sowie unseren Anspruch an aerodynamische Effizienz.“ Alles klar ...

Sinnliche Klarheit? Intelligente Schönheit? Okay, in anderen Worten: Ihr seht hier ein Hightech-Produkt, das auf jeden Fall deutlich in die Zukunft weist (allerdings nicht ganz so deutlich wie der Rolls-Royce Vision Next 100).

Unter der extrem langen Haube des Maybach 6 hätte zwar selbst ein guter alter V12 noch mächtig viel Zusatz-Platz, doch der Hersteller setzt auf einen Elektroantrieb.

Es gibt vier elektrische Motoren. Einen pro Rad. Die Batterien sollen bis zu 80 Kilowattstunden fassen und befinden sich im Fahrzeugboden. 750 PS liegen insgesamt an und die Beschleunigung von null auf Tempo 100 soll in unter vier Sekunden gelingen.

Die Reichweite könnte mehr als 500 Kilometer betragen und durch ein Schnellladesystem gelangt Energie für 100 Kilometer Reichweite innerhalb von nur fünf Minuten in die Akkus. Außerdem soll man den Maybach induktiv laden können. Warum? Weil sich reiche Menschen wohl kaum mit sperrigen Kabeln rumärgern möchten ...

An sich fällt die gesamte Fahrzeugform sehr aerodynamisch aus. Der Grill mit seinen senkrechten Streben macht da eine Ausnahme. Er soll an einen Nadelstreifenanzug erinnern. Das Heck mit der kleinen Scheibe und dem ausladenden Hinterbau dürfte so manchem Superjacht-Besitzer ebenfalls bekannt vorkommen.

Es gibt keine Spoiler oder andere unschöne Aerodynamik-Komponenten, aber solvente Menschen brauchen auch keine Unmengen an Abtrieb. Da sind die 24-Zoll-Felgen schon um einiges wichtiger.

Auch im Innenraum stoßt ihr auf modernen Luxus. Hinein geht es über Flügeltüren und anstatt eines Cockpits erwartet die Passagiere eine sogenannte „360-Grad-Lounge“. Aus diesem Grund erstreckt sich das Hauptdisplay nicht nur über das gesamte Armaturenbrett, sondern läuft bis in die Türinnenverkleidungen hinein. Zu den eher klassischen Elementen zählen dann wieder die Sitze in Chesterfield-Optik.

Das Innere verfügt darüber hinaus über „Body Sensor Displays“. Was diese können, erklärt uns am besten Mercedes selbst: „Sie scannen die Passagiere und überwachen beispielsweise ihre Vitalfunktionen. Dadurch können etwa Komfortfunktionen wie Sitzklimatisierung oder Massage aktiviert oder die Form des Sitzes an den Passagier angepasst werden. Die im Polster eingebetteten Sensoren erfassen zudem den Lichteinfall, die Farbe der Kleidung und die Umgebungstemperatur. Mit diesen Informationen lassen sich neue emotionale Lichtstimmungen im Interieur inszenieren.“

Euer neuer Maybach ersetzt also nicht nur den Physiotherapeuten eures Vertrauens, nein, er erkennt auch noch, wenn ihr einen schlechten Tag hattet oder wenn eure Kleidung nicht zum Innenraum passt. Toll.

Wenn ihr nach diesem Technik-Overkill ein wenig euren Blick schweifen lasst, könnt ihr aber auch noch normales Holz, ein ordinäres Lenkrad und fast schnöde Analoganzeigen (allerdings mit Display-Hintergrund) erkennen.

Würdet ihr euren Privatjet gegen so ein Schätzchen eintauschen?

Autor: TopGear/Manuel Lehbrink

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